Ehemaliges Wohnheim des Land- und Lehrgutes der Simon’schen Stiftung, heute Haus der Gemeinde („Tessenow-Haus“)
29367 Steinhorst
Kurzbeschreibung
Das „Land- und Lehrgut für Landwirtschaft Steinhorst“ wurde 1911 bis 1912 für die Simon’sche Stiftung errichtet. Jüd*innen wurden hier für eine Tätigkeit in der Landwirtschaft ausgebildet. Der Architekt des sehr gut erhaltenen Hauses war Heinrich Tessenow (1876-1950), er gehört zu den bedeutendsten Baumeistern der frühen Moderne.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Grabstein für Julius Katz
29393 Groß Oesingen
Kurzbeschreibung
Der jüdische Sattlermeister Katz (1885-1957) wurde während des Naziregimes von der Bevölkerung geschützt und versorgt. Der Grabstein für ihn und seine nichtjüdische Ehefrau hat einen Ehrenplatz auf dem christlichen Friedhof gefunden.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Synagoge Celle (Im Kreise)
29221 Celle
Dienstag bis Freitag: 11 Uhr bis 16 Uhr
Samstag: geschlossen
Sonntag: 11 Uhr bis 16 Uhr
Kurzbeschreibung
Die 1740 erbaute Synagoge gilt als die älteste erhaltene Fachwerksynagoge in Niedersachsen. Sie wird seit 1997 von der Jüdischen Gemeinde Celle wieder als Ort des Gebets genutzt. Der Gebäudekomplex beherbergt zudem ein jüdisches Museum, in dem eine Dauer- sowie Wechselausstellungen zu sehen sind.
Mehr Informationen
Erst 1737 erhielten die Juden im Fürstentum Lüneburg die Erlaubnis Synagogen zu bauen. 1738 erwarb die „Judenschaft Celle“ die beiden Grundstücke Im Kreise 23 und 24 und errichtete als Hinterhaus dazu um 1740 eine Synagoge, einen von außen schlichten Fachwerkbau, dessen Innenraum man im Stile des Spätbarock repräsentativ ausgestaltete. Die beiden Vorderhäuser wurden als jüdisches Schulhaus (Nr. 24) und als Wohnungen (Nr. 23 und Nr. 24) für verschiedene Gemeindebedienstete genutzt.
Aus der Gründungszeit stammt der Opferstock mit der Inschrift „Aron, Sohn des Rabbiners Josua Feibelman selig sein Andenken. In Celle 1740“. Diese Inschrift ist eine der wenigen Anhaltspunkte für das Alter der Synagoge. Der Bau der Synagoge erforderte eine hohe Verschuldung der Celler jüdischen Gemeinde. Erst das Testament des Hoffaktors Isaak Jakob Gans aus dem Jahre 1797 sicherte die langfristige Tilgung des Kredits. Schon 1765 hatte Gans der Celler Synagogengemeinde zum Andenken an seinen Vater Jacob Gans eine kostbare Stiftung übereignet: Ein Paar Rimonim (Thorakronen) und ein Tass (Thoraschild), heute Collection Jewish Historical Museum Amsterdam.
Über einen Zeitraum von fast 150 Jahren gibt es keinen Hinweis für bauliche Veränderungen am Gebäude der Celler Synagoge. Erst 1883 erfolgte eine umfangreiche Renovierung: Erweiterung der Frauenempore entlang der Westseite des Synagogenraums, Bleiverglasung der Fenster mit farbigen Scheiben und Überarbeitung der Ausmalung des Innenraums. Am Vorabend des jüdischen Neujahrsfestes 1883, dem 30. September, wurde der Umbau feierlich eingeweiht. Das späte 19. Jahrhundert wie die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts war eine Blütezeit der jüdischen Gemeinde, die circa 110 Personen umfaßte. Bis 1933 (70 Personen) nahm die Zahl der Celler Juden stetig ab. Im Januar 1939 lebten 35 und im Oktober desselben Jahres nur noch 15 Personen jüdischen Glaubens in Celle.
Nationalsozialismus
In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Einrichtung der Celler Synagoge mit Äxten zerschlagen, die zwölf Thorarollen, die Kultgegenstände und die Gemeindebücherei auf die Straße geworfen. Das Gebäude durch Feuer zu zerstören, wurde nur unterlassen, weil dadurch die umliegenden Häuser in Mitleidenschaft gezogen worden wären. Ab 1942 diente das alte jüdische Schulhaus Im Kreise 24 als „Celler Judenhaus“. Auf engstem Raum wurden hier die Menschen unter totaler Überwachung bis zur ihrer Deportation in die Vernichtungslager untergebracht. Von hier aus wurde zum Beispiel das Ehepaar Oscar und Nanny Salomon im Juli 1943 nach Auschwitz deportiert. Auch Juden aus anderen Orten des Regierungsbezirks Lüneburg mussten hier die Zeit vor ihrer Deportation verbringen. Im Vorraum der Synagoge befinden sich Gedenktafeln, die emigrierte Mitglieder der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Celle für ihre in den Vernichtungslagern umgekommenen Verwandten gestiftet haben.
Neubeginn
Nach Ende des 2. Weltkrieges und der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen lebten im Mai 1945 in der Celler Heidekaserne ungefähr 1000 jüdische sogenannte displaced persons. Die Militärregierung beschlagnahmte die Gebäude der jüdischen Vorkriegsgemeinde Im Kreise 23/24 mit der Synagoge, das Haus Nr. 25 und den Jüdischen Friedhof Am Berge für die neu entstandene jüdische Gemeinde mit ihren Einrichtungen und für verschiedene jüdische Hilfsorganisationen. Im Hinterhof der Synagoge wurde 1945 eine Mikwe (Ritualbad) gebaut, die 1972/73 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.
Viele der displaced persons jüdischen Glaubens in Celle stammten aus osteuropäischen Ländern, ein großer Teil kam aber auch aus dem Deutschen Reich (40%). Sie warteten hier auf ihre Auswanderung nach Palästina, in die USA und andere Länder oder auf die Rückkehr in ihre Heimat. Der Rabbiner der Nachkriegsgemeinde, Mosche Olewski, emigrierte 1950 in die USA. Die kleine Celler Restgemeinde war dem Landesverband der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen angeschlossen und besuchte dann den Gottesdienst in der hannoverschen Synagoge. Das Jahr der Gemeindeauflösung ist nicht bekannt, 1967 wird sie letztmalig erwähnt.
Heute gilt die Celler Synagoge als die älteste niedersächsische Fachwerksynagoge, die in ihren wesentlichen Bauteilen noch erhalten ist. Die heutige Einrichtung der Synagoge, z. B. das hölzerne Podest vor dem Thoraschrein und das Lesepult für die Thorarolle (Bima), entstammt der Zeit nach 1945. Eine umfassende Renovierung erfolgte 1973/74 durch die Stadt Celle, die das Gebäude 1969 erworben hatte. Am 20. Juni 1974 wurde die Celler Synagoge durch den Heidelberger Rabbiner Dr. Nathan Peter Levinson neu geweiht.
Quellennachweis:
Stadt Celle (zuletzt eingesehen am 20.12.2023)
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Denkmal für einen 1870/71 gefallenen jüdischen Soldaten (Hornburg)
38315 Schladen-Werla OT Hornburg
Kurzbeschreibung
Neben dem Denkmal für die Gefallenen der Weltkriege steht ein Obelisk, der an den deutsch-französischen Krieg 1870/71 und den einzigen Gefallenen des Ortes erinnert: den jüdischen Kaufmannssohn Joseph Schwabe (1850-70).
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
St.-Andreas-Kirche
38723 Seesen
Kurzbeschreibung
Die St. Andreas Kirche installierte im Jahr 2019 einen neuen Glockenstuhl im Glockenturm. Eine der Glocken - die Glocke der Geschwisterlichkeit - zeigt die Abbildungen der Kirchen St. Andreas, Maria Königing und den Synagogenbau "Jaccobstempel". Eingraviert ist auch das Datum der Zerstörung der Synagoge in der Reichspogromnacht - 09.11.1938. Die Glocke hat zudem die Aufschrift "Haben wir nicht alle einen Gott", welche seinerzeit auch über der Eingangspforte zum Synagogenbau aufzufinden war.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Jüdischer Friedhof Wittmund (Finkenburgstraße)
26409 Wittmund
Kurzbeschreibung
Allgemeine Hinweise zur Besichtigung jüdischer Friedhöfe:
Für den Besuch jüdischer Friedhöfe gelten einige Regeln, die alle Besucher*innen einhalten sollten. Männliche Besucher müssen eine Kopfbedeckung tragen; das Betreten von Gräbern soll vermieden werden; Essen und Trinken ist nicht gestattet. An jüdischen Feiertagen sowie am Schabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend) ist der Friedhofsbesuch untersagt. Manche Friedhöfe sind verschlossen, bitte wenden Sie sich für eine Besichtigung an die entsprechenden Ansprechpartner*innen. Vielerorts werden Führungen über den Friedhof angeboten. Informationen hierzu können Sie der Lokalpresse oder der Internetseite der politischen Gemeinde entnehmen.
1977 wurde der Friedhof durch die Uni Groningen dokumentiert (Fotos, Abschrift, Übersetzung: alle Steine).
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Jüdischer Friedhof Jemgum (Dukelweg)
26844 Jemgum
Kurzbeschreibung
Allgemeine Hinweise zur Besichtigung jüdischer Friedhöfe:
Für den Besuch jüdischer Friedhöfe gelten einige Regeln, die alle Besucher*innen einhalten sollten. Männliche Besucher müssen eine Kopfbedeckung tragen; das Betreten von Gräbern soll vermieden werden; Essen und Trinken ist nicht gestattet. An jüdischen Feiertagen sowie am Schabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend) ist der Friedhofsbesuch untersagt. Manche Friedhöfe sind verschlossen, bitte wenden Sie sich für eine Besichtigung an die entsprechenden Ansprechpartner*innen. Vielerorts werden Führungen über den Friedhof angeboten. Informationen hierzu können Sie der Lokalpresse oder der Internetseite der politischen Gemeinde entnehmen.
1977 wurde der Friedhof durch die Uni Groningen dokumentiert (Fotos, Abschrift, Übersetzung: alle Steine).
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Jüdischer Friedhof Rosdorf (An der Dehne)
37124 Rosdorf
Kurzbeschreibung
Allgemeine Hinweise zur Besichtigung jüdischer Friedhöfe:
Für den Besuch jüdischer Friedhöfe gelten einige Regeln, die alle Besucher*innen einhalten sollten. Männliche Besucher müssen eine Kopfbedeckung tragen; das Betreten von Gräbern soll vermieden werden; Essen und Trinken ist nicht gestattet. An jüdischen Feiertagen sowie am Schabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend) ist der Friedhofsbesuch untersagt. Manche Friedhöfe sind verschlossen, bitte wenden Sie sich für eine Besichtigung an die entsprechenden Ansprechpartner*innen. Vielerorts werden Führungen über den Friedhof angeboten. Informationen hierzu können Sie der Lokalpresse oder der Internetseite der politischen Gemeinde entnehmen.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Gemeindehaus und Betraum nach 1945
38723 Seesen
Kurzbeschreibung
Nach 1945 kehren zwei jüdische Überlebende nach Seesen zurück. Auch wird ein Lazarett für Überlebende aus Osteuropa eingerichtet, so genannte Displaced Persons (DPs). Nun besteht nach der Shoah erneut eine kleine jüdische Gemeinschaft in Seesen. Die 60 bis 80 jüdischen Menschen sind überwiegend DPs, sie nutzen das heutige Wohnhaus in der Jacobsonstraße 22 als Gemeindehaus mit Betraum. Durch Auswanderung vor allem in die USA und nach Palästina bzw. ab 1948 Israel löst sich die Gemeinde nach einigen Jahren wieder auf.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
38304 Wolfenbüttel
Kurzbeschreibung
Die Herzog August Bibliothek besitzt einen der größten Bestände an mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften, Drucken und Graphiken weltweit. Dieser geht u.a. auf Herzog August d. J. (1579-1666) zurück und beinhaltet auch andere Sammlungen, darunter die Bibliothek der ehem. Helmstedter Universität. Auch ca. 400 hebräische und jiddische Drucke sowie hebräische Handschriften sind hier zu finden. Berühmt ist die Magdeburger Tora-Rolle aus dem 14. Jahrhundert.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel
38300 Wolfenbüttel
Kurzbeschreibung
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Außenlager Salzgitter-Drütte
38239 Salzgitter-Drütte
Kurzbeschreibung
1942 richteten die Reichswerke „Hermann Göring“ das KZ Außenlager ein, in dem mehr als 3.000 Häftlinge zur Zwangsarbeit untergebracht wurden. Ein ehem. Unterkunftsraum wurde 1994 als Gedenkstätte eröffnet. Das Gedenkstätten-Archiv verfügt u.a. über eine Vielzahl von Biografien jüdischer Häftlinge aus den Lagern im Salzgittergebiet.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Jüdischer Friedhof Haselünne (Lähdener Straße)
49740 Haselünne
Kurzbeschreibung
Allgemeine Hinweise zur Besichtigung jüdischer Friedhöfe:
Für den Besuch jüdischer Friedhöfe gelten einige Regeln, die alle Besucher*innen einhalten sollten. Männliche Besucher müssen eine Kopfbedeckung tragen; das Betreten von Gräbern soll vermieden werden; Essen und Trinken ist nicht gestattet. An jüdischen Feiertagen sowie am Schabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend) ist der Friedhofsbesuch untersagt. Manche Friedhöfe sind verschlossen, bitte wenden Sie sich für eine Besichtigung an die entsprechenden Ansprechpartner*innen. Vielerorts werden Führungen über den Friedhof angeboten. Informationen hierzu können Sie der Lokalpresse oder der Internetseite der politischen Gemeinde entnehmen.
Der Friedhof wurde dokumentiert durch Groningen (Fotos, Abschrift, Übersetzung: alle Steine).
Mehr Informationen
Quellennachweis:
Wikipedia
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Jüdischer Friedhof Sögel (Loruper Weg)
49751 Sögel
Kurzbeschreibung
Allgemeine Hinweise zur Besichtigung jüdischer Friedhöfe:
Für den Besuch jüdischer Friedhöfe gelten einige Regeln, die alle Besucher*innen einhalten sollten. Männliche Besucher müssen eine Kopfbedeckung tragen; das Betreten von Gräbern soll vermieden werden; Essen und Trinken ist nicht gestattet. An jüdischen Feiertagen sowie am Schabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend) ist der Friedhofsbesuch untersagt. Manche Friedhöfe sind verschlossen, bitte wenden Sie sich für eine Besichtigung an die entsprechenden Ansprechpartner*innen. Vielerorts werden Führungen über den Friedhof angeboten. Informationen hierzu können Sie der Lokalpresse oder der Internetseite der politischen Gemeinde entnehmen.
Der Friedhof wurde dokumentiert durch Groningen (Fotos, Abschrift, Übersetzung: alle Steine).
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Jüdisches Lehrhaus Göttingen e.V.
37073 Göttingen
Kurzbeschreibung
Zweck des Lehrhauses ist die Förderung und Durchführung von Bildungsangeboten, und zwar insbesondere die Pflege und Vermittlung jüdischen Kulturgutes: Bildung, Lehre und Traditionspflege sowie jüdische Wissenschaft; dazu zählen auch interreligiöse Begegnungen und Gespräche, kulturelle Veranstaltungen, Tagungen, Konferenzen, Vorträge, Kurse, Lehrgänge, Arbeitsgemeinschaften, Exkursionen, Studienreisen und Ausstellungen sowie weitere geeignete Maßnahmen.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Jüdischer Friedhof Sarstedt (Bergstraße)
31157 Sarstedt
Kurzbeschreibung
Allgemeine Hinweise zur Besichtigung jüdischer Friedhöfe:
Für den Besuch jüdischer Friedhöfe gelten einige Regeln, die alle Besucher*innen einhalten sollten. Männliche Besucher müssen eine Kopfbedeckung tragen; das Betreten von Gräbern soll vermieden werden; Essen und Trinken ist nicht gestattet. An jüdischen Feiertagen sowie am Schabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend) ist der Friedhofsbesuch untersagt. Manche Friedhöfe sind verschlossen, bitte wenden Sie sich für eine Besichtigung an die entsprechenden Ansprechpartner*innen. Vielerorts werden Führungen über den Friedhof angeboten. Informationen hierzu können Sie der Lokalpresse oder der Internetseite der politischen Gemeinde entnehmen.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Jüdischer Friedhof Suderburg (Glockenbergweg)
29556 Suderburg
Kurzbeschreibung
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Jüdischer Friedhof Thedinghausen (Blankenburger Straße)
27321 Thedinghausen
Kurzbeschreibung
Allgemeine Hinweise zur Besichtigung jüdischer Friedhöfe:
Für den Besuch jüdischer Friedhöfe gelten einige Regeln, die alle Besucher*innen einhalten sollten. Männliche Besucher müssen eine Kopfbedeckung tragen; das Betreten von Gräbern soll vermieden werden; Essen und Trinken ist nicht gestattet. An jüdischen Feiertagen sowie am Schabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend) ist der Friedhofsbesuch untersagt. Manche Friedhöfe sind verschlossen, bitte wenden Sie sich für eine Besichtigung an die entsprechenden Ansprechpartner*innen. Vielerorts werden Führungen über den Friedhof angeboten. Informationen hierzu können Sie der Lokalpresse oder der Internetseite der politischen Gemeinde entnehmen.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Noam Vazana
Kurzbeschreibung
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Wohnung der Mutter
38114 Braunschweig
Kurzbeschreibung
Wenige Monate nach Emmy Scheyers Abreise nach New York zog Henriette Scheyer, ihre 64 Jahre alte Mutter, von der Goslarschen Straße 61 (siehe 5) an die zwei Querstraßen entfernte Liebigstraße (heute Besselstraße). Im Erdgeschoss des Hauses Nr. 6 mietete sie eine 170-Quadratmeter-Wohnung.
Als Emmy Scheyer 1932 wieder nach Deutschland kam, ruhte sie sich erst einmal bei ihrer Mutter aus und schrieb Kandinsky, sie werde sich vielleicht ein gutes gebrauchtes Automobil besorgen und dann nach Berlin kommen. „Wenn ich erst ein Auto habe, dann gondele ich überhaupt so ein bisschen herum.“ Stattdessen wurde sie krank, erholte sich in Braunlage und erlebte in der Reichshauptstadt Hitlers Machtergreifung und den Boykott aller jüdischen Geschäfte, Banken und Arztpraxen. In größter Eile reiste sie zurück nach Amerika.
Im März 1936 wurde Henriette Scheyer eine riesige Transportkiste zugestellt. Sie fand darin gebrauchte Wäsche und 56 Bilder, die mit „Emmy Scheyer“ oder „Renée“ signiert waren, und vergaß sie, weil ihre Schwester Ida Berger zu Besuch kam und ein paar Jahre blieb. Im Januar 1939 fanden Paul und Paula
Scheyer auf dem Dachboden die 56 Bilder Emmy Scheyers. Henriette Scheyer bat die Zollfahndungsstelle in Hannover um Genehmigung, sie nach Hollywood zu senden. Es gab keine Einwände.
Nach Kriegsbeginn hörte Emmy Scheyer, jetzt offiziell Galka Emmy Scheyer genannt, lange nichts mehr von ihrer Mutter. Im April 1940 erfuhr sie über Otto Ralfs, sie wohne nicht mehr an der Liebigstraße sondern Am Gaußberge 1. Dass dies ein sogenanntes „Judenhaus“ war, wurde nicht geschrieben.
Ida Berger zog 1941 nach Hannover, und Henriette Scheyer konnte bei ihr im Altersheim der Minna-James-Heinemann-Stiftung unterkommen. Galka Scheyer bemühte sich um ein Affidavit für sie, aber Henriette Scheyer starb am 24. Februar 1941 nach einer Grippe mit Lungenentzündung und Herzinfarkt (und nicht 1942 durch Suizid, wie oft geschrieben wird).
Ida Berger wurde 1942 in das „Judenhaus“ Ellernstraße in Hannover „verlegt“. Wie die zuständige Stelle 2016 verlauten ließ, habe sie sich am 23.07.1942 „nach Theresienstadt abgemeldet.“ Ida Berger wurde wenige Tage später in Treblinka ermordet.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Beim Kunstliebhaber Kauth
38114 Braunschweig
Kurzbeschreibung
Im zweiten Stock des schmalen, aber langgestreckten Hauses Ratsbleiche 7 wohnte von 1920 bis 1923 ein Kunstliebhaber, der für Emmy Scheyer wichtig wurde – der Gerichtsassessor Urban Kauth. Wie viele andere sehnte er sich in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg nach einem Menschen, der versprach, die deutsche Gesellschaft von ihrem materialistischen Denken zu heilen. Im Oktober 1920 lernte er in Hannover einen Mann kennen, der die nötigen Gaben zu haben schien, den Arzt, Schriftsteller und Maler Reinhard Goering.
Reinhard Goering (1887–1936) war im Ersten Weltkrieg an Tuberkulose erkrankt. In der Schweiz, genauer: im Luftkurort Davos und in Ascona versuchte er zu gesunden. Gut möglich, dass Emmy Scheyer ihm in Ascona begegnete. Mit seinem Bühnenstück Die Seeschlacht in der Inszenierung von Max Reinhardt erzielte er einen großen Erfolg. 1920 war er aber völlig mittellos und Morphinist.
Da bot ihm Urban Kauth an, in seiner Wohnung an der Ratsbleiche zu wohnen. Weil er das Gefühl hatte, allzu bürgerlich-konventionell zu leben, war er bereit, sich von diesem berühmten Dichter und Heiler umerziehen zu lassen und vieles zu ertragen, was dieser ihm zumutete. Er nahm zum Beispiel in Kauf, dass seine Bücher eines Tages zum Fenster hinaus auf die Straße geworfen wurden und die Marmeladegläser gleich hinterher, weil sie spießig seien. Wenn er gelegentlich Widerstand leistete, drohte Goering, die Bilder an den Wänden mit Schüssen aus seiner Browning zu zerstören. Um dies und Schlimmeres zu verhindern gab Kauth nach. Er besitze „die besten Klees“, schrieb der Maler Rudolf Jahns einem Kollegen.
Als Kauth 1922 nach Berlin zog, seine Wohnung in Braunschweig aber beibehielt, nutzte Goering die Gelegenheit, ein Bild von Emil Nolde und zehn Zeichnungen von Paul Klee an sich zu nehmen und verschiedenen Kunsthändlern zum Kauf anzubieten. Kauth bemerkte den Diebstahl und rang sich zu einer Anzeige durch, weil er hoffte, Goering per Gerichtsbeschluss zu einer ärztlichen Behandlung bringen zu können. Braunschweiger Gutachter und das Gericht erkannten dessen Schizophrenie und Gemeingefährlichkeit. Kauth fand seine Bilder wieder, weil es kaum Käufer für diese Art von Kunst gab. Das ganze Drama wurde in Braunschweiger Tageszeitungen abgehandelt.
Als Urban Kauth in Berlin als Rechtsanwalt arbeitete, konnte Emmy Scheyer mehrere Bilder von Jawlensky bei ihm zwischenlagern. Der Maler dankte ihm für diese Art von Unterstützung und schenkte ihm ein Bild. Emmy Scheyer meldete Jawlensky: „Er weiß nicht, wie er es verdient. Ich aber finde, er verdient es, und ich hoffe, Sie auch.“ Sie kaufte ihm fünf Bilder von Paul Klee ab. Sie sind heute noch im Norton Simon Museum in Pasadena zu sehen.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Sara Frenkel
Kurzbeschreibung
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Freundin Lette Valeska
38114 Braunschweig
Kurzbeschreibung
An dieser Stelle kann man an Auswirkungen des deutschen Nationalismus erinnern, unter denen Emmy Scheyer, ihre Freundin Valeska Heynemann und ihre Familien zu leiden hatten. Hier schlug Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg am 31. Juli 1809 ein Feldlager auf, tags darauf zog er mit seiner Schwarzen Schar in die Schlacht bei Ölper. Ihm zu Ehren wurde vierzig Jahre später an dieser Stelle eine Eiche gepflanzt und mit einer Umfriedung versehen, die Kanonenrohre und Kanonenkugeln imitiert.
Das damals hier stehende Haus Petritorwall 2 gehörte dem Hofbildhauer Wilhelm Sagebiel. Er hatte das Talent, jeden Auftrag in dem Stil zu erfüllen, den seine Auftraggeber wünschten. In seinem Haus wohnten 1919 und 1920 die Eltern von Emmy Scheyers Schulfreundin Valeska Heynemann, die an der Poststraße 5 (siehe 17) aufgewachsen war. Sie besuchte ihre Eltern, als Alexej von Jawlensky die Hoffnung äußerte, seine Bilder nicht nur in Deutschland, sondern auch in Holland verkaufen zu können. Emmy Scheyer schrieb ihm postwendend, Valeska werde demnächst nach Holland fahren, sie gebe ihr einige Bilder mit, um sie holländischen Kunsthändlern anzubieten.
Im Oktober 1920 heiratete Valeska Heynemann einen Chemiefabrikanten aus Frankfurt am Main. Bald darauf hielt sich Emmy Scheyer bei dem Paar auf und bereitete eine Jawlensky-Ausstellung vor. Als sie sie eröffnete, zerstritt sie sich mit Valeska. Sie schrieb Jawlensky, seit ihrer Heirat verhalte sich ihre Freundin, als ob sie gerade aus Mutters Küche käme, „banal, banal, banal.“
1930 starb Valeskas Vater, 1935 zog ihre Mutter vom Petritorwall an den Löwenwall. Zwei Jahre später emigrierte sie nach Palästina, bald darauf floh sie nach Holland. Dort kam sie bei einem Bombenangriff der Wehrmacht ums Leben. Valeska lebte damals schon bei Galka Scheyer in Los Angeles. Sie trennte sich von ihrem Ehemann und machte eine Karriere als Fotografin. Von Galka Scheyer dazu ermuntert, begann sie, Bilder zu malen und nahm den Künstlernamen Lette Valeska an.
Auch während des Zweiten Weltkrieges gehörte das Haus Petritorwall 2 Wilhelm Sagebiel. Einer seiner Söhne war NSDAP- und SA-Mitglied und machte als Architekt Karriere: Ernst Sagebiel plante in Berlin den Flughafen Tempelhof und das Reichsluftfahrtministerium. Es waren die Jahre, in denen Lette Valeska Galka Scheyer oft in Los Angeles besuchte. Beide waren jedem Nationalismus abhold.
In den Fünfziger Jahren wurde die Kriegsruine Petritorwall 2 in Braunschweig durch einen Neubau ersetzt. Und in Los Angeles begann Lette Valeska, den schriftlichen Nachlass Galka Scheyers und der Blauen Vier zu ordnen und über sie ein Buch zu schreiben. Sie tat dies im Auftrag des Pasadena Art Museum, aus dem das Norton Simon Museum hervorging. 1974 verlieh ihr der Botschafter in Los Angeles das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Sie hoffte, die Stadt Braunschweig werde sie zu einem Besuch einladen. Sie wurde enttäuscht und starb 1985 im Alter von hundert Jahren in Los Angeles. Heute erinnert hier eine Gedenktafel an sie.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Malunterricht mit Pfingstrosen
38114 Braunschweig
Kurzbeschreibung
Schon während ihrer Schulzeit nahm Emmy Scheyer Klavierstunden (siehe 6), und sie nahm Unterricht im Malen. 1907 schuf sie ein Bild in Ölfarben auf Leinwand, einen Strauß gelber Pfingstrosen in voller Blüte, mit dunkelgrünen Blättern vor hellblauem Hintergrund. Das Bild mutet nicht wie das Werk einer Anfängerin an, es ist mit „flottem Pinselstrich“ gemalt worden, und die üblichen Andeutungen einer Blumenvase, einer Tischdecke, eines Zimmers fehlen. Die achtzehnjährige Malerin signierte und datierte ihr Bild, das etwa 60 x 50 cm misst ganz selbstbewusst auf dem Keilrahmen der Leinwand mit „E. E. Scheyer 7“. Es fragt sich, bei wem sie lernte, Bilder in dieser lockeren Art und Weise zu malen.
Bei ihrem Zeichenlehrer Hans Herse wohl nicht. Es war bekannt, dass er Landschaftsansichten mit größter naturalistischer Genauigkeit malte und in erster Linie an der Städtischen Gewerbeschule (siehe 11) unterrichtete, wo er Damen nur Ornamente zeichnen ließ.
Bekannt für das Genre der Blumenmalerei war die Malerin Anna Pricelius. Sie hatte in Karlsruhe und Antwerpen studiert und wohnte an der Schleinitzstraße 17 bei ihren Eltern. Auf der Großen Berliner Kunstausstellung war sie mehrmals vertreten. 1905 hatte sie Erfolg mit einer Einzelausstellung im Herzoglichen Museum Braunschweig.
Weniger bekannt für dieses Genre, aber den aktuellen Strömungen in der Malerei mehr zugeneigt, war die Malerin Anna Löhr, Tochter eines Konservenfabrikanten in Harxbüttel. Sie wohnte 1907, als Emmy Scheyer das Ölbild „Pfingstrosen“ malte, an der Bammelsburgerstraße 9. Von 1909 an hatte sie auch ein Atelier an der Humboldtstraße 10, wo Emmy Scheyers jüngere Freundinnen Käthe Evers und Elsa Daubert Unterricht nahmen.
Das Bild „Pfingstrosen“ gelangte auf ungeklärte Weise zu Verwandten von Gustav Lehmann, Emmy Scheyers Lehrer und Freund. Vielleicht nahm sie schon 1907 bei ihm Unterricht, obwohl er die meiste Zeit in München, Dresden, Leipzig und Wien und nur gelegentlich bei seinen Eltern an der Hennebergstraße 18 in Braunschweig war. Sein Vater war Mitinhaber eines Geschäftes mit „Möbelstoffen u. Teppichen, Gardinen u. Linoleum“. Erklärt dies, warum sich im Nachlass des Malers auch Entwürfe für farbige Möbel befinden? Nur eine der vielen Fragen, die der Klärung bedürfen!
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Paul und Paula Scheyer
38118 Braunschweig
Kurzbeschreibung
Emmy Scheyer hatte lange Zeit ein schlechtes Verhältnis zu Paul, ihrem älteren Bruder. Sie fühlte sich von ihm schlecht verstanden und ungeliebt, und er empfahl ihr, in Deutschland einen vernünftigen Lebenswandel an den Tag zu legen. Er wohnte mit seiner Frau Paula, geborene Eisenstein, und den Söhnen Leopold und Gerhard etwa zehn Jahre an der Goslarschestraße (siehe 5), dann mietete er eine Wohnung am Petritorwall 7, bis er 1922 das Haus gegenüber, die Nummer 30, erwerben konnte. Als Besitzerin wurde Paula Scheyer im Adressbuch eintragen.
Paul bewältigte die Schwierigkeiten, in die die Firma W. Maseberg wegen der Weltwirtschaftskrise geriet, mit Bravour. Die Konserven mit dem Markenzeichen WEMA wurden in viele Länder exportiert. Dann waren die Gebrüder Scheyer und ihre Familien diskriminierenden Schikanen ausgesetzt, eine Haft im Konzentrationslager Buchenwald eingeschlossen. Am 30. Juni 1936 wurde Paul Scheyer gezwungen, ein Papier zu unterschreiben, in dem er versicherte, seine Firma freiwillig verkauft zu haben.
In der Bedrohung und Verfolgung durch die Nationalsozialisten näherten sich Paul und Galka Scheyer an. Sie war bereit, seine Söhne in Amerika aufzunehmen, sie konnten aber nach England entkommen. Dann kümmerte sie sich um Affidavits für Paul und Paula. Im Februar 1939 erhielten sie endlich die Nachricht, dass die Ausstellung der Visa für die USA am 7. März stattfinde. Paula schrieb ihrer Schwägerin: „Wir sind restlos glücklich. Paul ist ein anderer Mensch.“
In New York musste Paul Scheyer eine neue Existenz aufbauen. Wie es in den Kriegsjahren zu einem neuen Missverhältnis zwischen ihm und seiner Schwester kam, ist noch nicht geklärt. Wahrscheinlich lag es in unterschiedlichen Auffassungen begründet, auf welche Weise Galka Scheyers Privatsammlung von Bildern der Blauen Vier und anderer Maler zustande gekommen war, und was mit ihr geschehen solle. Vermutlich trafen sich die Geschwister ein letztes Mal im Frühling 1944 in New York.
1948 machten die Brüder Paul und Erich Scheyer wegen des Verlustes von Vermögen und Firma Wiedergutmachungsansprüche geltend. Sie erstritten sich 1951 mühsam einen finanziellen Teilerfolg.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Jüdischer Friedhof Diepholz (Schlesierstraße)
49356 Diepholz
Kurzbeschreibung
Allgemeine Hinweise zur Besichtigung jüdischer Friedhöfe:
Für den Besuch jüdischer Friedhöfe gelten einige Regeln, die alle Besucher*innen einhalten sollten. Männliche Besucher müssen eine Kopfbedeckung tragen; das Betreten von Gräbern soll vermieden werden; Essen und Trinken ist nicht gestattet. An jüdischen Feiertagen sowie am Schabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend) ist der Friedhofsbesuch untersagt. Manche Friedhöfe sind verschlossen, bitte wenden Sie sich für eine Besichtigung an die entsprechenden Ansprechpartner*innen. Vielerorts werden Führungen über den Friedhof angeboten. Informationen hierzu können Sie der Lokalpresse oder der Internetseite der politischen Gemeinde entnehmen.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Betsaal Wolfenbüttel
38302 Wolfenbüttel
Kurzbeschreibung
Um 1710 erwarb der Bankier Marcus Gumpel Fulda das Gebäude und richtete im Hinterhaus einen Betsaal ein, der 1733 durch die Behörden zwangsweise geschlossen wurde.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Arbeitskreis Andere Geschichte e.V.
38100 Braunschweig
Kurzbeschreibung
Mehr Informationen
Quellennachweis:
Arbeitskreis Anderer Geschichte (zuletzt eingesehen am 03.03.2023)
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Wohnhaus Familie Jacob und Emma Deutsch
38640 Goslar
Kurzbeschreibung
Station 1: Max und Gertrud Jacob - Emma Deutsch
Wir beginnen unseren Stadtrundgang hier in der Oberen Schildwache 8. In diesem Haus lebte Max Jacob gemeinsam mit seiner Frau Gertrud Jacob und seiner Schwiegermutter Emma Deutsch. Max Jacob kämpfte, wie seine Brüder Charley und Alfred, im Ersten Weltkrieg für Deutschland und wurde später für seine Kriegsdienste mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. 1922 heiratete er Gertrud Deutsch. Die Ehe blieb kinderlos. Nach dem Tod seiner Eltern Anfang der Zwanzigerjahre führte Max die seit 1881 in Familienbesitz befindliche Lederhandlung in der Petersilienstraße gemeinsam mit seinen Brüdern, Charley und Alfred weiter. Nach Hitlers Machtübernahme 1933 erkannte sein Bruder Alfred die drohende Gefahr. Alfred versuchte, seine Geschwister davon zu überzeugen, sich in Amerika in Sicherheit zu bringen. Im Gegensatz zu seinen Geschwistern, Alfred, Hans und Walli Jacob, denen die Flucht nach Amerika gelangen, weigerte sich Max auszuwandern, da er glaubte, dass man ihm durch das Eiserne Kreuz nichts anhaben könne. Doch bereits 1935 wurde er verhaftet und zur Zwangsarbeit beim Bau der Bodetalsperre gezwungen. Im Arbeitslager Wendefort lebt er sieben Jahre. Gelegentlich durfte er sonntags nach Hause fahren. Seine Frau Gertrud lebte während dieser Zeit gemeinsam mit ihrer Mutter, der verwitweten Emma Deutsch, hier in der Oberen Schildwache 8. Während des Reichspogroms am 9.11.1938 wurde Gertrud von SA-Männern misshandelt und ihre Wohnung verwüstet. Ihre Schwägerin erzählte darüber: "Trude war misshandelt worden. Sie lag ohnmächtig auf dem Fußboden. Ein SA-Mann rief mir zu: "Kümmern Sie sich um das Weib!" Dieser Mann trat dabei Trude mit seinen Füßen. Die SA-Männer zerschlugen vieles, warfen es auf den Boden, auch Bilder. Es wurde auch einfach gestohlen". Über die Deportation von Max und Gertrud berichtete eine ehemalige Nachbarin: "Eines Tages, flüsterte mir Gertrud Jacob beim Vorbeigehen zu, dass sie alle jede Nacht auf einen Abtransport warten. Wenn eines Morgens bei uns die Fenster mit gelben Vorhängen verschlossen sind, wissen Sie, dass wir fort sind. Und am 31. März 1942 waren die Fenster mit gelben Vorhänge verschlossen." An diesem Tag wurde das Ehepaar Jacob in das Warschauer Ghetto deportiert, wo sie später ermordet wurden. Nach der Deportation von Max und Gertrud Jacob verschlechterte sich der seelische Zustand von Emma sehr schnell. Am 6. Juni 1942 wurde die damals 76-jährige kranke Frau gezwungen, gemeinsam mit Helene Lebach ein kleines Zimmer im so genannten Judenhaus zu beziehen. Kurz vor ihrer Deportation verstarb sie am 5. November 1942.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Wohnhaus Familie Meyer
38640 Goslar
Kurzbeschreibung
Station 9: Familie Meyer
"Ich habe schon manche Tränen vergossen, aber ich will stark sein. Gott wird uns nicht verlassen." Das waren die Worte, die Louis Meyer auf eine Postkarte schrieb, während seiner Deportation nach Theresienstadt, ein paar Wochen vor Kriegsende, am 22. Februar 1945.
Louis Meyer wurde als zweiter Sohn einer jüdischen Familie geboren. Von 1912 bis 1913 war er Mitarbeiter bei der Firma Heilbrunn in Goslar, wo er seine evangelische Frau Erna kennen lernte. Louis Meyer hat im Ersten Weltkrieg im Militär für Deutschland gekämpft, er erhielt dafür später das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. 1916 trat er kurz vor seiner Hochzeit mit der Christin Erna Hoffmann zur evangelischen Kirche über. Das Paar bekam zwei Töchter, Ingeborg und Charlotte, und lebte hier in der Kornstraße 96. Nach dem Ersten Weltkrieg war Louis Meyer in den Goslarschen Farbwerken als Versandleiter tätig.
Obwohl die Familie der evangelischen Kirche angehörte, wurde sie ab 1933 verfolgt, da Louis von den Nationalsozialisten als 'Volljude', seine Töchter als 'Halbjüdinnen' angesehen wurden. Deswegen wurde Louis Meyer am 10.11.1938, am Tag nach dem Reichspogrom am Arbeitsplatz verhaftet und ins Goslarer Gefängnis gesperrt.
Nach 14 Tagen wurde er entlassen und im Februar 1939 zur Zwangsarbeit in das Lager Werlte-Rastdorf in Hümmling eingezogen, wo Jüd*innen, die in einer so genannten Mischehe lebten, oder getaufte Jüd*innen zusammengezogen wurden.
Dort mussten die Zwangsarbeiter ein Moor kultivieren, was harte, schwere Arbeit war. Später kam Louis Meyer in das Lager Wendefort bei Blankenburg, wo er im Alter von 55 Jahren, Holz für einen Kohlenmeiler aufschichten musste. Dort traf er den jüdischen Goslarer Charley Jacob.
Ab und zu durfte Louis Meyer seine Familie am Wochenende in Goslar besuchen. Seine Tochter Charlotte berichtete später über diese Zeit: "Unsere Familie hatte nicht nur unter der siebenjährigen Abwesenheit unseres Vaters zu leiden, sondern auch unter Schikanen, die uns als Halbjuden und meiner Mutter als Christin, mit einem Juden verheiratet, trafen. Sie hatte es am schwersten. Neben der täglichen Sorge um ihren Mann, musste sie auch noch versuchen, uns ständig gefährdete Mädchen zu schützen und Wege des Überlebens zu suchen. 1936 konnte Tochter Ingeborg noch ihren Schulabschluss machen, aber durfte nicht ihre gewünschte Schneiderlehre beginnen. Sie konnte mit viel Glück eine kaufmännische Ausbildung machen und dank eines mutigen Vorgesetzten bis Februar 1945 in der Firma Borchers arbeiten.
Im Februar 1945 wurde sie mit zwei anderen 'Halbjüdinnen' zur Zwangsarbeit in den Greifwerken verpflichtet, wo sie auch das Ende der Diktatur und des Krieges erlebte.
Die andere Tochter, Charlotte Meyer, durfte die Mittelschule nicht bis zum Abschluss besuchen. 1938 verließ sie die Schule und begann ein Pflichtjahr in Hannover. Anschließend konnte Charlotte Meyer eine dreijährige Lehrzeit in einer Firma in Bad Harzburg ableisten, wo sie jedoch als 'Halbjüdin' keine Prüfung ablegen durfte. 1943 wurde sie, wie ihre Schwester, bis zum Kriegsende in den Greifwerken in die Zwangsarbeit geschickt.
Wir möchten Ihnen nun von zwei Ereignissen berichten, die Familie Meyer während des Nationalsozialismus erlebte. Das eine, handelt von einer Anzeige in der Goslarschen Zeitung: Im August 1941 konnten Louis und Erna Meyer ihre Silberhochzeit feiern. Daraufhin setzt sie am 20.8.1941 eine Anzeige in die Goslarsche Zeitung, in der sie sich für Glückwünsche und Geschenke bedankten. Dadurch wurde Louis Meyer allerdings strafffällig und musste eine Strafe in Höhe von 110 Reichsmark 62 bezahlen. Warum? Alle Juden mussten ab 1938 den Zwangsnamen Israel, und alle Jüdinnen den Zwangsnamen Sarah als Zweitname tragen, um sie weiter zu diskriminieren. Da Louis Meyer in der Zeitungsanzeige nicht mit Louis Israel Meyer unterzeichnet hatte, bekam er eine Strafe.
Das zweite Ereignis war, dass die für den 15.8.1941 geplante Hochzeit von Tochter Ingeborg mit Herrn Gistrichovsky, von dem sie ein Kind erwartetet, nicht stattfinden durfte, da ein neues Rassegesetz erlassen wurde. Erst nach Ende der Diktatur konnte die standesamtliche Trauung endlich am 12.5.1945 stattfinden.
Louis Meyer musste bis zum bis zum 17.2.1945 im Lager Wendefurt Zwangsarbeit leisten, dann wurde ihm mitgeteilt, dass er am 19.2.1945 evakuiert würde. Seine Tochter Charlotte berichtete später: "Als er am 17. Februar ins Haus trat, waren wir alle ungeheuer bedrückt. Es war ein sehr trauriges Wochenende. Wir packten einen Rucksack mit einigen Lebensmitteln, Kleidung und so weiter, und legten auf seinen Wunsch das evangelische Gesangsbuch hinein, sowie seine Papiere, die man ihm, wie das Gesangsbuch, später wegnahm. Es war eine schreckliche Ungewissheit. Wir wussten doch nicht, wohin er transportiert werden sollte. Am frühen Morgen des 19. Februar begleiteten wir unseren Vater zur Polizeiwache. Charley Jacob kam auch nach dort, seine beiden kleinen Jungen an der Hand. Auch sie hatten einen kleinen Rucksack auf dem Rücken. Wir gingen bis zur Sperre im Bahnhof mit. Wir mussten uns hier von unserem Vater verabschieden."
Nach endlosen sieben Tagen erreichte der Transport sein Ziel, das Ghetto Theresienstadt. Im KZ arbeitete Louis Meyer erst als Helfer im Sachgebiet Technik. Dann wurde er der jüdischen Ghettowache zugeteilt.
Die Menschen im KZ hatten unerträglichen Hunger. Um ihn zu dämpfen, aß Louis Meyer sogar verdorbene Lebensmittel. Er erkrankte daraufhin an einer schwere Ruhr. Als die Truppen der sowjetischen Armee Theresienstadt befreiten, herrschte eine unbeschreibliche Freude, erzählte Louis Meyer später. Leider starben viele Insassen, als sie nach dem langen Hunger plötzlich richtige Mahlzeiten bekamen, da die geschwächten Körper damit nicht umgehen konnten.
Wegen der Krankheit des kleinen Peter Jacob, verzögerte sich die Rückreise nach Goslar. Louis Meyer bestand darauf, gemeinsam mit Charley Jacob und den beiden kleinen Jungen nach Hause zu reisen. Peter Jacob berichtete später: "Als ich so krank da lag, sagte Louis Meyer: 'Ohne den Jungen, fahre ich nicht.' Louis Meyer war ein guter und lieber Mensch.
Doch Louis Meyer kehrte noch rechtzeitig nach Goslar zurück, um an der Hochzeit seiner Tochter Ingeborg teilzunehmen, die so lange vom NS- Regime verhindert worden war. Die siebenjährige Zwangsarbeit und die Zeit im KZ hingen Louis Meyer lange nach, doch er wurde wieder in seiner alten Firma, den Goslarschen Farbwerken, als Betriebsleiter eingestellt.
1958 wurde er pensioniert. Es blieben ihm noch neun geruhsame Jahre, bevor er 1967 verstarb.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
"Judenhaus" (Trollmönch)
38640 Goslar
Kurzbeschreibung
Station 11: Das "Judenhaus"
Hier stand das sogenannte Judenhaus. In dieses kleine verwahrloste Eckhaus wurden 1942 die verbliebenen zehn Goslarer Jüd*innen zwangseingewiesen, nachdem sie aus ihren Wohnungen vertrieben worden waren.
Emma Deutsch, Willi und Henny Heilbrunn, Richard Löwenthal, Helene Lebach, Margarethe Levy, sowie Emma und Charley Jacob mussten mit ihren Söhnen Manfred und Hans-Peter hier auf engstem Raum auf ihre Deportation warten. Das sogenannte Judenhaus wurden 1959 abgerissen.
1988 wurde eine Gedenktafel errichtet, sie erinnert an die Bewohner*innen des "Judenhauses" und an alle weiteren ermordeten Goslarer Jüd*innen zur Zeit des Nationalsozialismus, derer wir gedenken möchten.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Wohnhaus Familie Jacob
38640 Goslar
Kurzbeschreibung
Station 13: Familie Charley und Emma Jacob
Hier in der Ludwig-Jahn-Straße 13 wohnten Charley Jacob mit seiner Familie. Charley Jacob hatte die, nach NS-Begriffen arische, Emma Schrader geheiratet. Die Ehe brachte zwei Kinder hervor: Manfred und Hans-Peter. Beide galten als sogenannte Halbjuden und durften gemäß einer Verordnung ab dem 14.11.1938 keine öffentliche Schule mehr besuchen.
Durch seine Ehe und durch seine amerikanische Staatsbürgerschaft war Charley Jacob zunächst geschützt. Ab 1939 musste er jedoch Zwangsarbeit leisten und wurde wie sein Bruder Max ins Arbeitslager Wendefurth eingewiesen. Trotz ihrer nach NS-Begriffen arischen Herkunft wurde Emma Jacob gemeinsam mit ihren Söhnen in das sogenannte Judenhaus eingewiesen.
Kurz vor Kriegsende, am 19. Februar 1945 wurde Charley Jacob gemeinsam mit seinen Söhnen und Louis Meyer in das KZ-Theresienstadt deportiert.
Über die Deportationsfahrt in den menschenüberfüllten Viehwaggons ohne Wasser, Essen, Tageslicht und sagte Hans-Peter Jacob später: "In sechs oder acht Tagen, genau weiß ich nicht mehr wie lange wir fuhren, habe ich, so klein ich noch war, immer wieder gedacht 'Dass Menschen mit Menschen so umgehen, ist doch nicht zu fassen. Wir werden hier wie Tiere verladen und behandelt'".
Auf Bahnhöfen warfen die Eingeschlossenen frankierte Postkarten heraus, in der Hoffnung, dass sie jemand finden, und in einen Postkasten werfen würde. Die Karten von Charley Jacob und Louis Meyer sind tatsächlich angekommen. Natürlich geben die Karten nicht die Realität des grausamen Transportes wider, denn Charley Jacob wollte seine Frau trösten und nicht noch mehr verstören. So schreibt er beispielsweise auf einer Karte vom 21.2.1945: Liebste Mama, nun sind wir in Leipzig. Bis jetzt alles guter Dinge und wohlauf. Kinder bewundernswert artig und sehr beliebt. Müssen einengroßen Umweg machen. Bist du gesund? Wir sind es auch. Bleibe ja tapfer, es wird alles gut werden! Herzliche Grüße und Küsse für alle. Euer Papa und Kinder Manfred und Peter". Die Karte wurde von beiden Kindern selbst unterschrieben.
Charley, Manfred und Hans-Peter überlebten die unmenschlichen Lebensbedingungen, den Hunger, die Kälte und die Krankheiten im Konzentrationslager. Nach Kriegsende im Juni 1945 kehrten sie nach Goslar zurück. Zusammen mit seiner Schwester Lucie und ihrem Mann, Friedrich Robert Mahlmann, eröffnete Charley Jacob später eine Schuhwaren Großhandlung unter dem Namen "Geschwister Jacob".
Trotz dieser schweren Schicksalsschläge setzte sich Charley Jacob in Goslar für den Dialog zwischen nicht-jüdischer und jüdischer Bürgerschaft ein. Er starb 1970 im Alter von 80 Jahren. 1979 beschloss der Rat der Stadt Goslar die "Kurze Straße", die einst "Judenstraße" hieß, stellvertretend für die jüdischen Opfer des NS-Regimes in "Charley-Jacob-Straße" umzubenennen. Seine Frau Emma Jacob starb bereits 1969. Hans-Peter Jacob starb 1990, sein älterer Bruder Manfred Jacob verstarb im Dezember 2024 im Alter von 91 Jahren.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Wohnhaus Familie Hochberg und Familie Jacob
38640 Goslar
Kurzbeschreibung
Hier befand sich auch das Geschäfts- und Wohnhaus der Familie Jacob. Die Familie Jacob war eine bekannte und angesehene Kaufmannsfamilie, die in Goslar eine Lederhandlung betrieb.
Station 4: Familie Hochberg
Hier in der Petersilienstraße 3 wohnte der jüdische Kaufmann Selmar Hochberg.
Selmar Hochberg ist am 11. Februar 1870 in Osterode geboren. Seit 1913 lebte er in Goslar. Sein Geschäft war in der Breiten Straße 91, das Sortiment umfasste Herrenmode, Möbel und Haushaltsartikel. Selmar Hochberg wurde von Zeitzeugen als großzügig und hilfsbereit beschrieben. Er gewährte in seinem Geschäft, das vornehmlich auf Kundschaft aus den sozialschwächeren Schichten ausgerichtet war, ausgedehnte Abzahlungsfristen. Auch deshalb erfreute sich sein Geschäft großer Beliebtheit.
Selmar Hochberg führte sein Geschäft zunächst ohne Angestellte, seine Frau Berta half ihm viel im Laden aus. Sie verstarb jedoch bereits 1928. Ihr Grab befindet sich heute auf dem jüdischen Friedhof an der Glockengießerstraße. Nachdem Berta verstarb, stellte Selmar Hochberg eine Haushälterin ein, die ihm auch im Laden half.
Selmar Hochberg hat damals viele Freund*innen und Bekannte, die seinen ausgelassen den Humor schätzten. Er war zwar religiös eingestellt, nahm aber nicht am jüdischen Gemeindeleben teil. Das nahm ihn jedoch niemand übel. Selmar Hochberg war besonders in Arbeiter*innenkreisen sehr beliebt und stand auch der SPD nahe. Manche nannten ihn 'Den Kommunisten'. Dieser Ruf wurde ihm zum Verhängnis. Jude zu sein, und dann noch Sozialist oder gar ein Kommunist, die daraus entstandenen Folgen machten sich schon bald bemerkbar.
Am 1. April 1933, als zum Boykott der jüdischen Geschäfte aufgerufen wurde, wurde Hochbergs Geschäft durch einen SA-Posten bewacht. Fünf Wochen später, am 5. Mai 1933 holten bewaffnete SA-Männer Selmar Hochberg gewaltsam aus seinem Haus und brachten ihn von dort zum Kaisersaal, was später das Odeon Theater war. Dort zwang man ihn, einen Viehwagen zu besteigen. Auch Wilhelm Söffge, den die Nationalsozialisten im März 1933 gezwungen hatten, sein Amt als SPD-Senator niederzulegen, musste diesen Viehwagen besteigen. Mit Marschmusik fuhr man die beiden durch die Klubgartenstraße, Behringerstraße, Marktstraße und Beckerstraße und durch die Innenstadt wieder zurück zum Kaisersaal. Hochberg und Söffge wurden Schilder mit Hetzparolen umgehängt, um sie zu demütigen.
Wilhelm Söffge berichtete später: "Vor dem Wagen marschierten mehrere SA-Gruppen mit Karabiner bewaffnet und berüchtigte Sturmführer aus Goslar. Als mein Sohn den Versuch unternahm, mich vom Wagen herunter zu holen, rief der Sturmführer der SA zu: 'Achtung! Gewehre bereit!' Sämtliche Karabiner richteten sich auf meinen Sohn. Ich rief meinem Sohn zu 'Lass den Unsinn! Gegen die Horde kannst du nichts ausrichten!' Sodann ließ auch mein Sohn davon ab. Bei der Fahrt durch die Stadt schlug der SA-Mann Wilhelm W. verschiedene Male auf uns ein."
Über die Reaktion der Goslarer Bevölkerung zu diesem Vorfall liegen verschiedene Berichte vor. In einem heißt es: "Diese Fahrt war für Selmar Hochberg ein Schock, von dem er sich nie ganz erholte. Von nun an lebte er in ständiger Angst vor weiteren Schickanen und Quälereien. Seine Ängste waren leider berechtigt, eine Zeitzeugin berichtete: "Wir haben unseren Hausgenossen Hochberg Nachts mehrfach versteckt. Die Schlägertruppps kamen lauthals, sogar mit Leitern und wollten Hochberg holen oder erneut irgendwie ärgern. In seiner Not kann er zu meiner Großmutter nach oben und bat sie, ihn bei erneuter Gefahr, so gut zu verstecken, dass man ihn nicht finden könne. Wir baten ihn, sich in einem ganz kleinen Abstellzimmer, das hinter dem Schlafzimmer meiner Großmutter recht günstig für diese Absicht war, aufzuhalten, bis die Gefahr vorüber sei. Da saß er nun, abwartend, was geschehen würde. Die Schlägertrupps klingelten an seiner Wohnung. Die Haushälterin machte auf. Die Männer fragten, wo Hochber sei. Sie erklärte, er sei nicht zu Hause.
Die Trupps durchsuchten seine Wohnung, fanden ihn nicht und verschwanden wieder. Sie haben die anderen Wohnungen nicht belästigt.
Als die Luft wieder rein war, befreiten wir den verängstigten Hochberg aus seiner unangenehmen Lage. Die Juden waren zu dieser schrecklichen Zeit absolutes Freiwild."
1933, ein genauer Termin ist nicht bekannt, gab Hochberg sein Geschäft in der Breiten Straße auf. Er zog ins Haus der Jacobs, Petersilienstraße 3/4. Er hat vermutlich seinen Textilhandel stark eingeschränkt weitergeführt. In all den Jahren stand ihm seine nicht-jüdische Haushälterin Gertrud Heuer treu und mutig zur Seite, obwohl ihr auf der Straße "Du Judensau, du Judenhure" hinterher gerufen wurde.
Für Gertrud Heuer war Selmar Hochberg wie ein Vater, den sie bis zu seiner Ermordung begleitete. Von der Nacht, in der Selmar Hochberg tödliche Misshandlungen erleiden musste, berichtete Gertrud Heuer: "In der Pogromnacht. am 9.11.1938 lag Hochberg krank im Bett, sein Leberleiden, macht ihm zu schaffen. Ahnungslos, hörten wir den lauten Krach der Straße und im Erdgeschoss des Hauses, in dem die Fensterscheiben und die Haustür eingeschlagen wurden. Zu uns oben drangen mehrere SA-Männer. Nach starkem Klingelgeräusch und Schlagen an die Etagentür, machte ich die Tür auf. Ich versuchte den ersten SA-Mann den ich sah zurückzudrängen. Wütend rief er: 'Judenschwein! Ich werfe dich die Treppe hinunter'. Dann stürmten sie in das Schlafzimmer Hochbergs und schlugen mit einem großen Schraubenschlüssel brutal auf Hochbergs Kopf. Den Schraubenschlüssel fanden wir nach diesem Überfall in der Wohnung. Als die Männer abgezogen waren, konnte ich Semar Hochberg sehen. Ich war sprachlos. Total schockiert, der Unglückliche lag fast besinnungslos in einer großen Blutlache. Sprechen konnte ich nicht mehr mit ihm. Dann haben hilfsbereite Nachbarn Hochberg ins nahegelegene Krankenhaus gebracht. Aber da war nichts mehr zu helfen. Ohne die Besinnung wiederbekommen zu haben, starb er am 11.11.1938 um 20:15 Uhr im Goslarer Krankenhaus."
Ein weiterer Augenzeuge berichtete über die Vorgänge im Krankenhaus: "Doktor B. hat Hochberg noch behandelt. Aber zu Helfen war da nicht mehr. Die Misshandlungen waren zu schwer. Im Krankenhaus erschienen SA-Männer und wollten den halbtoten Hochberg wieder wegholen. Dies aber hat Doktor B. mit Entschiedenheit zurückgewiesen. Hochbergs Leichnam wurde dann von einem Goslarer Beerdigungsinstitut aus dem Krankenhaus abgeholt, wohin man ihn gebracht hat, ist unbekannt. Auf dem jüdischen Friedhof in Goslar ist er jedenfalls nicht beigesetzt, doch findet man am Grab seiner Frau Berta eine kleine Gedenktafel für Selmar Hochberg.
In einem Bericht über das Reichspogrom in der Goslarschen Zeitung stand wenige Tage später: "Keinem Juden wurde auch nur ein Haar gekrümmt."
Eine Verordnung vom 12.11.1938 besagte, dass die jüdische Bevölkerung selbst Schuld an der Zerstörungswut der Deutschen in der Reichspogromnacht gewesen sei und sie daher für alle Schäden aufkommen müssten. Zudem hatten Jüd*innen eine Wiedergutmachung in Höhe von 1 Milliarde Reichsmark an das Reich zu bezahlen. Der Anteil Hochbergs belief sich auf 1700 Reichsmark, die die Stadtverwaltung vom Konto des Ermordeten einzog.
Die Täter der Pogromnacht kamen zunächst straffrei davon. Erst 1950 wurden neun Täter vor Gericht gestellt. Fünf von ihnen erhielten Haftstrafen unter zwei Jahre, die anderen wurden freigesprochen.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Station 5: Familie Jacob
Hier in der Petersilienstraße 3/4 befand sich das Geschäft und Wohnhaus der Familie Jacob.
Die Familie Jacob war eine bekannte und angesehene Kaufmannsfamilie in Goslar. Bereits 1881 eröffnete Leopold Jacob eine Lederhandlung. Sein Bruder Emil Jacob lebte mit seiner Frau Henriette von 1880 bis 1900 in Chicago und zog später nach Goslar. Ihre Ehe brachte sechs Kinder hervor. Luzie, Wally, Alfred, Max, Hans und Charley Jacob.
Henriette und Emil Jacob starben 1920 beziehungsweise 1921, so dass die drei Söhne Max, Alfred und Charley das Geschäft weiterführten. Wie die anderen jüdischen Geschäfte, wurde auch das Geschäft der Jacobs am 1. April 1933 boykottiert. Dank der Treue etlicher Kund*innen konnte das Geschäft bis 1938 stark verkleinert weitergeführt werden. In der Reichspogromnacht wurde das Geschäft von Goslarer Nationalsozialisten zerstört. Es wurde geplündert und demoliert, fast alle Fensterscheiben gingen zu Bruch.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Stadt Seesen
38723 Seesen
Montag: 13.30-15.00 Uhr
Donnerstag: 13.30 -18.00 Uhr
Kurzbeschreibung
Israel Jacobson hat das Reformjudentum in Seesen begründet, Heinrich E. Steinweg sein erstes Tafelklavier in Seesen gebaut. Dies hat zu einem besonderen Stellenwert von Kultur - Bildung - Gemeinschaft geführt und Seesen heute zu einem belebten Ort unterschiedlichster kultureller Prägungen entwickelt.
Seesen gehört zum Landkreis Goslar und liegt am nordwestlichen Harzrand zwischen Göttingen und Hannover. Urkundlich wird die Stadt erstmals im Jahr 974 erwähnt. Eine wichtige Persönlichkeit der Stadt ist der Begründer des Reformjudentums, Israel Jacobson.
Für das Festjahr hat sich die Stadt Seesen vorgenommen, das Erbe Israel Jacobsons wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen.
Das Liberale Judentum ist heute weltweit die größte jüdische „Konfession“. Seine weltgeschichtliche Bedeutung ist in Deutschland jedoch nahezu unbekannt. Ohne deren Kenntnis fehlen wichtige Bezugs- und Anknüpfungspunkte für heutiges und zukünftiges jüdisches Leben in Deutschland sowie das Verständnis für die gesamte gemeinsame Geschichte.
Der Bankier und Rabbiner Israel Jacobson (1768–1828) schafft mit der Gründung der ersten interreligiösen Schule sowie mit dem Bau der ersten Reformsynagoge der Welt, dem Jacobstempel, in Seesen eines der frühen und bedeutendsten Zentren aufgeklärter jüdischer Bildung. Die noch heute bestehende Jacobsonschule sowie die Synagoge stehen für Werte wie religiöse Toleranz, Akzeptanz und gegenseitigen Respekt. Der Grundgedanke Israel Jacobsons und die Initialzündung seiner Reformbewegung ist das heutige bestimmende Charakteristikum des Judentums: gelebte Vielfalt.
Ein Infoleitsystem führt Besucher*innen nunmehr auf einem Spaziergang quer durch die Stadt, vorbei an vielen authentischen Orten jüdischen Lebens. Das narrative Wegeleitsystem kreiert durch informative, emotionale Geschichten über die jüdischen Einwohner*innen persönliche Bezüge zu den einzelnen Stationen. Die Besucher*innen tauchen ein in das jüdische-nichtjüdische Miteinander zu Zeiten der Reformbewegung, indem sie zu den Schauplätzen des jüdischen Alltags in Seesen geführt werden: angefangen bei den weltweit bedeutendsten Orten des Reformjudentums wie der damaligen Jacobson-Schule und dem Jacobson-Platz, auf dem die Synagoge stand, vorbei an den Villen erfolgreicher jüdischer Unternehmer, dem noch erhaltenen jüdischen Friedhof, hinunter in die Innenstadt, in der Kaufleute ihre Häuser hatten, die zum Teil noch erhalten sind.
Das Projekt zielt auf eine neue Perspektive für die jüdisch-deutsche Geschichte ab, indem sie den Ort, der die deutsche Judenheit vor der Shoa prägt, wieder bekannt macht und für die derzeit in Deutschland lebenden Jüd*innen einen positiven Identifikationsort schafft.
Mehr Informationen
Modern. Zukunftsorientiert. Eine über 1000-jährige Geschichte. Vielfalt und Abwechslung. Eine lebendige Innenstadt, historische Gebäude, kulturelle Highlights und Norddeutschlands größtes Historienfest – das Sehusafest – zeichnen Seesen aus.
Die A7 direkt vor der „Haustür“, den Harz direkt im „Garten“. Egal ob Tagesausflug in eine größere Stadt wie Hannover, Hamburg oder Leipzig, oder aber zum Wandern, Motorradfahren, Klettern, Mountainbiken oder ähnlichem in den Harz. Besuche in der Weltkulturerbestadt Goslar oder ein Abstecher zu den Hexen in Thale.
Die verkehrsgünstige Lage lässt die wunderschöne Stadt zum perfekten Ausgangspunkt für Erkundungen in die Region werden. Die Kernstadt Seesen wird von neun Stadtteilen umgeben, wobei jeder Ort eigene Besonderheiten und Geschichte aufweist.
Großzügige Grünflächen wie der „Park der Generationen“ und kleine Winkel zum verweilen, zahlreiche Geschäfte zum bummeln — inkl. Parkplätzen in der unmittelbaren Nähe zum Stadtzentrum — und ein breit gefächertes Angebot an gastronomischen Verköstigungen sorgen für eine Wechselwirkung zwischen moderner Infrastruktur und historischen Plätzen, die Seesen liebens- und lebenswert werden lässt. Interessante Baudenkmäler wie die Burg Sehusa, das ehemalige Jagdschloss, in dem sich heute das Städtische Museum befindet, der St.-Vitus-Turm im alten Stadtkern oder die einzigartige St.-Andreas-Kirche und viele landschaftstypische Fachwerkhäuser schaffen eine reizvolle Atmosphäre.
Entdecken Sie auf einem Stadtspaziergang entlang der „Fenster zum Harz“ die Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Quellennachweis:
Stadtmarketing Seesen (zuletzt eingesehen am 22.06.2023)
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Oldenburg e.V.
26135 Oldenburg
Kurzbeschreibung
Christliches Selbstverständnis und die Beziehung zur jüdischen Religion,
Geschichte der Juden in Deutschland und Oldenburg,
Die Darstellung der Shoa und ihrer Auswirkungen auf die Nachkriegsgesellschaft,
Zur Reichspogromnacht am 9./10. 11.1938 in Oldenburg: Zerstörung der Synagoge, Deportation der jüdischen Männer, Vernichtung der Gemeinde,
Recherchen über jüdische Familien.
Mehr Informationen
Im Jahre 1995 war Oldenburg die gastgebende Stadt zur Eröffnung der "Woche der Brüderlichkeit", in deren Rahmen auch die feierliche Übergabe der Synagoge durch die Stadt Oldenburg an die Jüdische Gemeinde stattfand. Bei der Einrichtung der neuen Synagoge konnten wir finanzielle Hilfestellung geben. Als 1995 aufgrund der gewachsenen Jüdischen Gemeinde ein Erweiterungsbau nötig war, gelang es, durch den Verkauf des Nussbaum-bildes "Jude am Fenster" an das Nussbaum-Museum in Osnabrück eine entsprechende finanzielle Unterstützung für den Erweiterungsbau zu leisten.
Im Laufe der Zeit hat sich in Oldenburg ein gutes Klima der Kooperation entwickelt: Nicht wenige Veranstaltungen werden gemeinsam mit der Stadt Oldenburg und der Jüdischen Gemeinde geplant und durchgeführt, mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Oldenburg sowie zu den anderen Institutionen im Rahmen der Erinnerungsarbeit gibt es gute Kontakte, wir nehmen an den Gedenkfeiern der Sinti*zze und Rom*nja in Oldenburg teil und alle zusammen engagieren wir uns in vielen gesellschaftspolitischen Fragen.
Quellennachweis:
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Oldenburg e.V. (zuletzt eingesehen am 03.08.2022)
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Kurzbeschreibung
Auf dem Damm konzentrierten sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Wohnungen und Gemeindeeinrichtungen der jüdischen Familien. Am Damm 23 befand sich die 1619 als „Judenschule“ erwähnte erste Synagoge in Peine.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Kurzbeschreibung
Auf dem Damm konzentrierten sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Wohnungen und Gemeindeeinrichtungen der jüdischen Familien. Am Damm 12 stand die zweite Synagoge von Peine, ein von 1714 der bis 1907 genutzter Neubau.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Kurzbeschreibung
Auf dem Damm konzentrierten sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Wohnungen und Gemeindeeinrichtungen der jüdischen Familien. Damm 37 war das Wohnhaus des beim Novemberpogrom 1938 ermordeten Hans Marburger. In der Straße befindet sich ein Denkmal für die jüdische Gemeinde Peine.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Synagoge Peine (Hans-Marburger-Straße/Goethestraße)
31224 Peine
Kurzbeschreibung
Die 1906 bis 1907 erbaute Synagoge des hannoverschen Architekten F. Rudolf Vogel (1849-1926) gehörte mit ihren orientalischen, nach dem Geschmack des Jugendstils verwandelten Formen zu den interessantesten Synagogengebäuden der Region. Sie wurde 1938 zerstört.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Kloster Wöltingerode
38690 Goslar / OT Vienenburg
Kurzbeschreibung
Das 1174 gegründete Kloster gelangte 1807 an das Königreich Westphalen. Nach Auflösung des Nonnenklosters 1809 erwarb Israel Jacobson, seinerzeit Finanzrat König Jérôme Bonapartes, dieses und fünf weitere Klöster. Wöltingerode baute er als seine Wohnstätte aus und lebte hier 1813/14. Schließlich musste Jacobson das Kloster verkaufen, da nach hannoverschem Gesetz Juden kein Grundeigentum haben durften, und zog nach Berlin.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Villa Jüdel Braunschweig
38012 Braunschweig
Kurzbeschreibung
Seine 1904 erworbene Villa, von Constantin Uhde entworfen, vererbte der Industrielle und Mäzen
Max Jüdel (1845-1910) der Stadt als Wohnsitz für den jeweiligen Oberbürgermeister. Der Bau wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Jüdischer Friedhof Goslar (Glockengießerstraße)
38640 Goslar
Sonntags bis Freitags von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.
1. November bis 31. März:
Das Tor ist am unteren Ende der Glockengießer Straße an den gleichen Wochentagen zwischen 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr geöffnet.
Kurzbeschreibung
Allgemeine Hinweise zur Besichtigung jüdischer Friedhöfe:
Für den Besuch jüdischer Friedhöfe gelten einige Regeln, die alle Besucher*innen einhalten sollten. Männliche Besucher müssen eine Kopfbedeckung tragen; das Betreten von Gräbern soll vermieden werden; Essen und Trinken ist nicht gestattet. An jüdischen Feiertagen sowie am Schabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend) ist der Friedhofsbesuch untersagt. Manche Friedhöfe sind verschlossen, bitte wenden Sie sich für eine Besichtigung an die entsprechenden Ansprechpartner*innen. Vielerorts werden Führungen über den Friedhof angeboten. Informationen hierzu können Sie der Lokalpresse oder der Internetseite der politischen Gemeinde entnehmen.
Der 1608/09 angelegte Friedhof ist einer der ältesten erhaltenen jüdischen Friedhöfe der Region und beherbergt über 185 Gräber. Die 145 erhaltenen Grabsteine spiegeln die Entwicklung jüdischer Grabkunst und Traditionstreue eindrucksvoll wider.
Die Dokumentation des Friedhofs u.a. durch Berndt Schaller wurde veröffentlicht. Auch ist ein 3D-Rundgang über den Friedhof online verfügbar.
Station 12:
Wir befinden uns nun auf dem jüdischen Friedhof an der Glockengießerstraße. Mit seinen bis in das frühe 17. Jahrhundert zurückreichenden Grabstellen dokumentiert er die Beständigkeit jüdischen Lebens in Goslar, das durch die Vertreibung und Vernichtung jüdischen Lebens in der NS-Zeit ein Ende fand.
Auf dem Friedhof sind circa 145 Grabsteine aus der Zeit von 1640 bis 2009 erhalten. Der Friedhof ist ein wichtiges Denkmal der Geschichte. Um die Grabstätten vor antisemitischen Übergriffen zu schützen, war der Friedhof lange Zeit durch eine verschlossene Holztür für Besucher*innen unzugänglich. Seit 2017 ist der jüdische Friedhof tagsüber geöffnet und frei zugänglich. Antisemitische Übergriffe blieben erfreulicherweise aus.
Das neue Gittertor mit dem Davidstern und zwölf Ringen, die die zwölf Stämme Israel symbolisieren, erlaubt auch außerhalb der Öffnungszeiten einen Blick auf den jüdischen Friedhof.
Friedhöfe werden im Judentum als „Ort des Lebens“ oder „Ort der Ewigkeit“ bezeichnet. Jüdische Gräber werden nicht eingeebnet, sondern sollen ewig bestehen. Anstelle von Blumen, werden kleine Steinchen auf die Grabstellen gelegt. Dieser Brauch stammt vermutlich daher, dass früher schwere Steine auf Gräber gelegt wurden, z.B. in der Wüste, um die Toten vor wilden Tieren zu schützen und damit die Totenruhe zu gewährleisten. Auch symbolisieren Steine Ewigkeit und Unvergänglichkeit und stehen als Symbol für die Seele, die ebenfalls unvergänglich ist.
B. Schaller, J. Behnsen, und F. Geyer, „Zwischen den Mauern Der jüdische Friedhof zu Goslar an der Glockengießerstraße ; Dokumentation der Grabstätten und Inschriften“. Stadt Goslar, Fachbereich Kultur und Stadtgeschichte, Goslar, 2003. GBV
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Die Ballin-Villen
38723 Seesen
Kurzbeschreibung
Die Familie Ballin gehört zur wirtschaftlichen Elite in Seesen. Hans Ballin, der Fabrikant und Mitgründer der Blechwarenfabrik in Seesen heiratet 1921 die Nichtjüdin Albine Nagel, die in Graz geborene Kammer- und Opernsängerin. Während ihres festen Engagements am Braunschweigischen Landestheater lernt sie ihn kennen und bis zur Trennung 1935 leben sie gemeinsam in einer Villa an der Seesener Ringstraße. Sein Bruder Kurt, Bankier in Seesen, baut für seine Familie ganz in der Nähe, an der Lautenthaler Straße, ebenfalls eine Villa. Hier wächst auch sein Sohn Gerhard Ballin auf, der die Shoah überlebt und später intensiv die „Geschichte der Juden in Seesen“ (veröffentlicht in Seesen 1979) erforscht.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Stadt Oldenburg
26105 Oldenburg
Kurzbeschreibung
Seit 1996 pflegt Oldenburg eine lebendige Städtepartnerschaft mit der israelischen Region Mateh Asher, die insbesondere durch Jugend- und Kulturaustausch geprägt ist.
Über die israelische Partnerstadt Mateh Asher:
Mateh Asher ist ein Regionalverband im westlichen Galiläa im Norden Israels mit etwa 31.000 Einwohner*innen. Benannt nach dem biblischen Stamm Ascher, umfasst die Region zahlreiche Kibbuzim, Moschavim und Gemeinschaftssiedlungen. Die Partnerschaft mit Oldenburg fördert seit 1996 den interkulturellen Dialog, insbesondere durch Bildungs- und Kulturprojekte sowie den Austausch junger Menschen.
Für die Vorstellung auf der Themenseite Israel und Niedersachsen in der Gegenwart haben die Städte und Regionen mit israelischer Partnerkommune im Frühjahr 2025 einige Fragen beantwortet, um Einblicke in Geschichte, Schwerpunkte und persönliche Erfahrungen ihrer Partnerschaften zu geben.
Welche zentralen Punkte sind in der Partnerschaftsvereinbarung festgehalten?
Durch das offizielle Eingehen einer Städtepartnerschaft sollten die seit mehr als 10 Jahren bestehenden freundschaftlichen Verbindungen der Jugend gefestigt und ausgebaut werden. Ziel der partnerschaftlichen Zusammenarbeit ist es, Begegnungen der Bürger*innen beider Kommunen, insbesondere in den Bereichen Jugend, Kultur und Sport zu fördern und somit zur internationalen Völkerverständigung und zu einem friedlichen Zusammenwachsen der Nationen in der Welt beizutragen.
Welche konkreten Projekte oder Programme haben die Partnerschaft besonders geprägt?
Ein herausragendes Beispiel für den gelebten Austausch zwischen Oldenburg und Mateh Asher ist die langjährige Partnerschaft des Alten Gymnasiums Oldenburg (AGO) mit einer Schule in der israelischen Partnerregion. Im Rahmen des Seminarfachs „Israel“ am AGO fanden über viele Jahre hinweg regelmäßig gegenseitige Besuche und Austauschprogramme statt. Ergänzt wurden diese Begegnungen durch Gastauftritte eines Musikensembles sowie eines Mädchenchores aus Mateh Asher, die beim jährlichen Erinnerungsgang in Oldenburg mit musikalischen Beiträgen mitwirkten. Der Erinnerungsgang findet jedes Jahr am 10. November statt und erinnert an das Schicksal der jüdischen Bürger*innen Oldenburgs, die 1938 durch die Stadt getrieben und deportiert wurden. Weitere Informationen sind unter www.erinnerungsgang.de zu finden. Die Kinder- und Jugendförderung der Stadt Oldenburg hat sich in den vergangenen Jahren intensiv für die Organisation und Durchführung zahlreicher israelisch-deutscher Begegnungen engagiert. In enger Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Internationale Zusammenarbeit wird kontinuierlich daran gearbeitet, den Austausch nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Welche Zukunftspläne gibt es für die Städtepartnerschaft?
Die Zusammenarbeit soll weiter ausgebaut werden. Insbesondere besteht der Wunsch, möglichst vielen Schüler*innen einen Besuch in der Partnerstadt zu ermöglichen. Hieran wird auch weiterhin gearbeitet und es ist geplant, dass Schüler*innen aus Oldenburg wieder nach Israel reisen, sobald die Sicherheitslage es zulässt.
Welche Herausforderungen gibt es aktuell in der Partnerschaft, und wie könnte Unterstützung aussehen?
Besuche in Israel sind aus Sicherheitsgründen seit Oktober 2023 leider nicht möglich.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Verein zur Pflege von Städtepartnerschaften e.V.
49565 Bramsche
Kurzbeschreibung
Bramsche pflegt mehrere internationale Städtepartnerschaften, darunter seit 1979 mit Raʿanana in Israel.
Über die israelische Partnerstadt Raʿanana:
Raʿanana ist eine wohlhabende Stadt im zentralen Bezirk Israels mit etwa 79.600 Einwohner*innen (Stand 2025). Gegründet 1922 von jüdischen Einwander*innen aus den USA, hat sich Raʿanana zu einem beliebten Wohnort für Menschen aus Nordamerika, Europa und Südafrika entwickelt. Die Stadt zeichnet sich durch ihre hohe Lebensqualität, umfangreiche Grünflächen wie den Park Raʿanana und eine starke Präsenz von Hightech-Unternehmen aus. Raʿanana wurde von der Weltgesundheitsorganisation als „Grüne Stadt“ ausgezeichnet und pflegt internationale Städtepartnerschaften, darunter seit 1979 mit Bramsche in Niedersachsen.
Für die Vorstellung auf der Themenseite Israel und Niedersachsen in der Gegenwart haben die Städte und Regionen mit israelischer Partnerkommune im Frühjahr 2025 einige Fragen beantwortet, um Einblicke in Geschichte, Schwerpunkte und persönliche Erfahrungen ihrer Partnerschaften zu geben.
Welche zentralen Punkte sind in der Partnerschaftsvereinbarung festgehalten?
Ziel der Städtepartnerschaft ist es, die freundschaftlichen Verbindungen zwischen Bramsche und Raʿanana zu stärken – insbesondere durch den Austausch von Delegationen und das persönliche Kennenlernen der Bürger*innen beider Städte. Die Zusammenarbeit erfolgt auf gemeinsam vereinbarten Themenfeldern, wobei in beiden Kommunen jeweils eine Kommission eingerichtet wurde, die sich aktiv um die Umsetzung der Partnerschaft kümmert.
Wie hat sich die Städtepartnerschaft über die Jahre entwickelt?
Bis in die Jahre vor der Corona-Pandemie gab es einen regen Austausch. Musikgruppen, Sportler*innen, Jugendgruppen und Delegationen besuchten die jeweilige Partnerstadt. Im Zuge der Pandemie und der sich unmittelbar daran anschließenden schwierigen Sicherheitslage in Israel sind die Besuche derzeit zum Erliegen gekommen.
Welche Zukunftspläne gibt es für die Städtepartnerschaft?
Aufgrund der Umstände gibt es aktuell keine geplanten Veranstaltungen oder Projekte. Jedoch würde der Verein es begrüßen, wenn es bald wieder zu Interaktionen zwischen Bramscher Schulen und den Pendants in Raʿanana kommen würde, vielleicht sogar zu gegenseitigen Besuchen. Ähnliches wünscht sich der Verein auf der Ebene der Sportvereine und im Hinblick auf den Austausch von Erwachsenen beider Städte.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Region Hannover
30159 Hannover
Kurzbeschreibung
Die Region pflegt seit 1981 eine aktive Partnerschaft mit der Region Unter-Galiläa in Israel.
Über die israelische Partnerregion Unter-Galiäa:
Die Region Unter-Galiläa liegt im Norden Israels und ist bekannt für ihre landwirtschaftlich geprägte Landschaft mit fruchtbaren Tälern und historischen Stätten. Sie umfasst mehrere Gemeinden und Kibbuzim und ist reich an kultureller Vielfalt. Die Region spielt eine bedeutende Rolle in der israelischen Landwirtschaft und bietet zahlreiche Bildungs- und Kultureinrichtungen.
Für die Vorstellung auf der Themenseite Israel und Niedersachsen in der Gegenwart haben die Städte und Regionen mit israelischer Partnerkommune im Frühjahr 2025 einige Fragen beantwortet, um Einblicke in Geschichte, Schwerpunkte und persönliche Erfahrungen ihrer Partnerschaften zu geben.
Welche zentralen Punkte sind in der Partnerschaftsvereinbarung festgehalten?
Es ist festgelegt, dass regelmäßige Schulaustausche zwischen den Partnerberufsschulen Kadoorie in der Region Unter-Galiläa und Justus-von-Liebig und BBS 3 in der Region Hannover durchgeführt werden sollen. Weiterhin sollen Delegationsreisen aus Verwaltung und Politik in regelmäßigen Abständen stattfinden. Weitere Projekte sind je nach finanziellen und zeitlichen Kapazitäten zu organisieren.
Wie hat sich die Städtepartnerschaft über die Jahre entwickelt?
Es fanden regelmäßig Schul- und Jugendaustausche statt und alle drei Jahre im Wechsel Delegationsreisen. Unterbrechungen gab es lediglich zur Intifada, während der Corona-Pandemie und nun nach den Angriffen der Hamas 2023. Neben diesen Projekten wurden im Laufe der Jahrzehnte auch individuelle Delegationen (hauptsächlich mit landwirtschaftlichem Fokus) aus Israel empfangen, gemeinsame Workshops durchgeführt und Sportaustausche realisiert.
Welche Zukunftspläne gibt es für die Städtepartnerschaft?
Wir wollen die Partnerschaft auf eine trilaterale Basis stellen, indem wir auch andere Kommunalpartnerschaften einbinden. Gerade um den Schulaustausch in Krisenzeiten dennoch zu ermöglichen, wollen wir Drittländer miteinbeziehen.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Städtisches Museum Braunschweig, Haus am Löwenwall
38100 Braunschweig
Kurzbeschreibung
Das Städtische Museum, erbaut nach Plänen des Architekten Max Osterloh, wurde 1906 eingeweiht. Von nun an fanden in diesem Haus ein- oder zweimal im Jahr, vorzugsweise kurz vor Weihnachten, die Ausstellungen des Braunschweiger Kunstvereins statt. Emmy Scheyer und ihre Kolleginnen und Kollegen Käthe Evers und Elsa Daubert, Gustav Lehmann und Albert Hamburger, konnten sich bei dieser Gelegenheit von den Werken ihrer Zeitgenossen inspirieren lassen. Andere Ausstellungen fanden im Kunstsalon Dörbandt am Bohlweg (siehe 3) und im Museum an der Museumstraße (siehe 12) statt.
Einen nachhaltigen Eindruck scheinen die Bilder des aus Aschersleben stammenden, in München lehrenden Malers Charles J. Palmié auf Emmy Scheyer gemacht zu haben, die dieser 1907 bei der 39. Ausstellung des Kunstvereins im Städtischen Museum zeigte. Die Braunschweigerin Anna Löhr, seine Schülerin, war mit vier Werken vertreten. Beide hatten gerade begonnen, im Stil der Neoimpressionisten zu malen: sie deuteten die Objekte, die sie in der freien Natur oder in Innenräumen vorfanden, nur mit kurzen Pinselstrichen, ja: mit Punkten an und malten ihre Bilder in den verschiedensten Lichtstimmungen eines Tages. Als 1908 die 40. Ausstellung des Kunstvereins zu sehen war, wurde der Einfluss der Wegbereiter dieser Technik (Monet, Seurat, Signac) als französischer Einfluss auf die deutsche Malerei kritisiert.
Gustav Lehmann arbeitete trotzdem mit Palmié weiter zusammen. 1910 stellte er vier Arbeiten, die er schon in bedeutenden Galerien in München und Dresden gezeigt hatte, auf der 41. Ausstellung des Kunstvereins im Städtischen Museum aus. Sechs Jahre später erwarb der Braunschweiger Sammler Hermann Querner jun. eines davon für 200 M.
Heute befinden sich im Städtischen Museum drei Bilder von Palmié, etwa zehn Bilder und einige Arbeiten auf Papier von Anna Löhr, drei Bilder von Gustav Lehmann, zwei von Käthe Evers und eines von Elsa Daubert. Seinem Titel zum Trotz stellt es wahrscheinlich nicht „Emmy (Galka) Scheyer (1889-1945) im Garten“ dar, sondern Käthe Evers’ Mutter, Frau Margarethe Evers, geborene Zeumer. Zwei weitere Bilder von Lehmann und zwei seines Freundes Albert Hamburger gelten als vermisst oder als Kriegsverluste. Ein Ölbild von Emmy Scheyer ist im Städtischen Museum Braunschweig bislang nicht zu finden.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Hansestadt Stade
21682 Stade
Kurzbeschreibung
Über die israelische Partnerstadt Kiryat Tivon:
Givat Shmuel liegt im Zentrum Israels, unmittelbar bei Tel Aviv, und gehört mit rund 30.000 Einwohner*innen zu den dynamisch wachsenden Städten des Landes. Sie ist bekannt für ihre junge, akademisch geprägte Bevölkerung und beherbergt unter anderem die Bar-Ilan-Universität. Die Stadt legt großen Wert auf internationale Vernetzung, Bildung und zivilgesellschaftliches Engagement. Ihre Partnerschaft mit Stade wird seit vielen Jahren aktiv und generationenübergreifend gepflegt.
Für die Vorstellung auf der Themenseite Israel und Niedersachsen in der Gegenwart haben die Städte und Regionen mit israelischer Partnerkommune im Frühjahr 2025 einige Fragen beantwortet, um Einblicke in Geschichte, Schwerpunkte und persönliche Erfahrungen ihrer Partnerschaften zu geben.
Welche zentralen Punkte sind in der Partnerschaftsvereinbarung festgehalten?
Die Städtepartnerschaft verfolgt das Ziel, zur Verständigung zwischen beiden Völkern beizutragen und kulturelle sowie soziale Kontakte nachhaltig zu vertiefen. Im Mittelpunkt stehen der regelmäßige Austausch und die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen – insbesondere in der Jugendpflege, im Sport, in der Kultur und in der kommunalen Politik. Ein besonderes Anliegen ist es, direkte Begegnungen zwischen den Einwohner*innen beider Städte anzuregen und aktiv zu fördern.
Welche konkreten Projekte oder Programme haben die Partnerschaft besonders geprägt?
Die Trinationale Jugendbegegnung, die gemeinsam mit unserer weiteren Partnerstadt Goldap in Polen alle zwei Jahre neu startet, ist eine tragende Säule unserer Partnerschaft. Im Rahmen der Jugendbegegnung besuchen je zehn Jugendliche die Partnerstädte. Während des Austauschs lernen die Jugendlichen ihre Partnerstädte kennen. Ein zentraler Bestandteil ist im Laufe des Besuchs die Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Geschichte. In jedem Land wird bei einer Gedenkzeremonie der Opfer des Holocausts gedacht.
Welche Herausforderungen gibt es aktuell in der Partnerschaft, und wie könnte Unterstützung aussehen?
Nach der durch die Corona-Pandemie bedingte Pause konnte reibungslos die Jugendbegegnung wieder fortgesetzt werden. Auch ein Delegationsbesuch fand statt. Darüber hinaus sprechen die Bürgermeister online bei Gelegenheit miteinander oder halten Kontakt per regelmäßiger offizieller Briefwechsel.
Der Angriff der Hamas und der daraus resultierende Krieg in Gaza mit einer in Israel verschlechterten Sicherheitslage erschweren derzeit die Austauschbemühungen. Nichtsdestotrotz bleibt der Kontakt bestehen und es wird an der Umsetzung von Projekten (i.e. Trinationale Jugendbegegnung) gearbeitet.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Niedersächsische Landjugend e.V.
30159 Hannover
Kurzbeschreibung
Um sich und ihre Arbeit vorzustellen, hat der Niedersächsische Landjugend e.V. im Frühling 2025 folgende Fragen beantwortet:
Gab oder gibt es in Ihrer Arbeit Berührungspunkte mit dem Thema Israel, jüdisches Leben oder Antisemitismusprävention?
Wir bieten seit dem Jahr 2022 einen Jugendaustausch mit Israel an, der bisher zweimal stattgefunden hat. Innerhalb des Austausches thematisieren wir das jüdische Leben in Deutschland, das Land Israel und natürlich auch die großen Themen „Antisemitismus“ und „Holocaust/Shoa“. Hier vergleichen wir die Situation Israel mit der Situation Deutschland, schauen wie mit diesen Themen umgegangen wird und versuchen beiden Seiten etwas mitzugeben, um sicherer und besser mit diesen Themen umgehen zu können.
Welche Bildungsformate oder Projekte greifen Themen wie Vielfalt, Toleranz oder Erinnerungskultur auf?
Wir nutzen bei unserem Jugendaustausch stark das Format „Erinnerungskultur“ und vergleichen hier beide Länder. Was tut Israel bzw. wie erinnern sich israelische Jugendliche und wie sieht das Ganze in Deutschland auf. Es werden in Israel aber auch in Deutschland spezielle Orte der Erinnerungskultur aufgesucht und gemeinsam auch Feiertage/Gedenktage begangen.
Welche Rolle spielen internationale Begegnungen oder Partnerschaften in Ihrer Jugendarbeit?
In unserer Arbeit stellt der internationale Bereich eher eine kleinere Rolle dar. Dennoch wurde der Bereich „Internationales“ zuletzt stärker ausgebaut, da der Blick über den Tellerrand und das „Kennenlernen von anderen Kulturen" so wichtig ist.
Wie erleben Sie die Perspektiven junger Menschen auf Israel und jüdisches Leben in Niedersachsen?
In unserer Arbeit haben wir meist das Problem, dass einfach wenig bis gar kein Wissen über Israel und das jüdische Leben in Deutschland/Niedersachsen vorhanden ist.
Wir müssen hier vor unseren Aktionen erst einmal grundlegend informieren und Wissen schaffen.
Welche Erfahrungen oder Impulse aus Ihrer Arbeit sollten auf der Plattform sichtbar werden?
Ein Jugendaustausch und generell die Arbeit mit Israel ist wichtig. Es muss jungen Menschen die Möglichkeit gegeben werden nach Israel zu fahren, dort Land und Leute kennenzulernen und so einen besseren Blick auf die ganze Situation gewinnen zu können. Wir wollen durch unser Angebot diese Möglichkeit geben und zudem gleichermaßen in der Antisemitismusprävention tätig sein.
Wie hat Ihre Institution auf die Ereignisse des 7. Oktober 2023 und die Folgen reagiert bzw. welche Auswirkungen hatten diese auf Ihre Arbeit?
Wir mussten leider bis auf weiteres unseren Jugendaustausch einstellen. Dennoch besteht ein reger Austausch mit unserer Partnerorganisation und so entstand die Idee eines Hilfseinsatzes in einem Kibbutz vor Ort. Dies soll nun im Jahr 2025 durchgeführt werden. Wir wollen so unserem Partner vor Ort helfen und ein Zeichen für Solidarität und Zusammenhalt setzen.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz
Stadt Georgsmarienhütte
49124 Georgsmarienhütte
Kurzbeschreibung
Seit 1981 pflegt Georgsmarienhütte eine lebendige Städtepartnerschaft mit Ramat Hasharon in Israel, die vor allem durch einen regelmäßigen Jugendaustausch geprägt ist.
Über die israelische Partnerstadt Ramat Hasharon:
Ramat Hasharon ist eine Stadt im zentralen Küstenstreifen Israels, etwa 16 Kilometer nordöstlich von Tel Aviv gelegen. Gegründet im Jahr 1923 von jüdischen Einwander*innen aus Polen, entwickelte sie sich von einer landwirtschaftlich geprägten Siedlung zu einer modernen Stadt mit hoher Lebensqualität. Heute ist Ramat Hasharon bekannt für ihre grünen Wohnviertel, das bedeutende Israel Tennis Center und ihre Nähe zur Metropole Tel Aviv.
Für die Vorstellung auf der Themenseite Israel und Niedersachsen in der Gegenwart haben die Städte und Regionen mit israelischer Partnerkommune im Frühjahr 2025 einige Fragen beantwortet, um Einblicke in Geschichte, Schwerpunkte und persönliche Erfahrungen ihrer Partnerschaften zu geben.
Welche zentralen Punkte sind in der Partnerschaftsvereinbarung festgehalten?
Im Jugend- und Kulturpartnerschaftsvertrag von 1981 wurde vereinbart, die Begegnungen zwischen den beiden Städten in den Bereichen Jugend, Kultur und Sport gezielt auszudehnen und zu fördern.
Wie hat sich die Städtepartnerschaft über die Jahre entwickelt?
Der Schwerpunkt der partnerschaftlichen Beziehung liegt in dem regelmäßig stattfindenden Jugendaustausch, der zunächst alle zwei Jahre und seit 2005 jährlich stattfindet. Dabei reist eine Jugendgruppe aus Georgsmarienhütte im Frühjahr nach Israel. Der Gegenbesuch findet im Sommer des gleichen Jahres statt. Darüber hinaus gibt es seit Jahren immer wieder Begegnungen im Bereich Kunst und Kultur und des Sports. Nach dem Golfkrieg 1991 haben Gespräche zur Neu-Definition der Beziehungen zwischen Georgsmarienhütte und Ramat Hasharon stattgefunden. Die gegenseitigen Beziehungen wurden durch zusätzliche Vertragsverhandlungen geregelt und gefestigt. Neue Projekte wurden initiiert, z. B. Einrichtung einer Abteilung zum Thema Holocaust sowie Informationen zur Partnerstadt in den beiden Stadtbibliotheken.
Weitere Krisen und ausbleibende Begegnungen:
2000-2004: 2. Intifada in Israel
2020-2022: Corona-Pandemie
seit 2023: Terrorangriff und Krieg in Israel/im Nahen Osten
Welche konkreten Projekte oder Programme haben die Partnerschaft besonders geprägt? Stellen Sie gerne ein konkretes abgeschlossenes oder neues Projekt ausführlich vor.
Die Städtepartnerschaft wird wesentlich geprägt durch den regelmäßig stattfindenden Jugendaustausch. Seit den ersten Begegnungen im Jahr 1975 haben mittlerweile ca. 2.000 Jugendliche aus beiden Städten daran teilgenommen.
Die Ziele unserer Jugendbegegnung: Förderung eines größeren Verständnisses für die unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Lebensweisen. Die Jugendlichen sollen sich mit ihrer Identität und Geschichte auseinandersetzen. Im Vordergrund stehen die persönlichen Begegnungen und das Kennenlernen der Menschen. Aufgrund der besonderen Vergangenheit gilt dies besonders für Deutsche und Israelis.
Themenbereiche und Programmschwerpunkte: Kennenlernen des Landes und der Menschen, Kennenlernen der israelischen und der deutschen Gesellschaft, Judentum/Islam/Christentum/Minderheiten, Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die Bedeutung Jerusalems für die drei Weltreligionen, Spannungen zwischen säkularen Israelis und Ultra-Orthodoxen, der Friedensprozess im Nahen Osten, Schul- und Ausbildungssysteme in Israel und Deutschland, Jugendliche in der israelischen Armee, Jugendarbeit in Israel und Deutschland, Holocaust-Aufarbeitung, gemeinsame Erinnerung
Methoden, Ansätze: Aufenthalt in Gastfamilien, gemeinsame Exkursionen, Besuch kultureller und historischer Stätten, Besuch bedeutender Stätten der drei Weltreligionen, insbesondere Jerusalem, Besuch von Berlin, Feiern des jüdischen Pessach- oder Purim-Festes, Besuch eines Kibbuz, Besuch eines Drus*innenendorfs, Gespräche und Diskussionen in der Gruppe und in der Familie über die politischen Spannungen, ggf. Besuch einer Schule, Gespräche mit Schüler*innen und Lehrer*innen, Besuch kultureller Einrichtungen, Bedeutung der Armee für das Land und die Jugend, evtl. Besuch der Knesset und des Deutschen Bundestages, Besuch der Gedenkstätten Yad Vashem und Bergen-Belsen, je nach Möglichkeit Gespräch mit Holocaust-Überlebenden
Welche Wirkung hat die Partnerschaft auf Ihre Stadtgesellschaft?
Die teilehmenden Jugendlichen sind immer gute Multiplikator*innen bei der Werbung für die nächste Jugendbegegnung. Die deutschen Gastfamilien sind regelmäßig begeistert von der Herzlichkeit und Freundlichkeit der Israelis und bezeichnen den Aufenthalt ihres Gastes oft als Bereicherung und Lernerfahrung für die ganze Familie. Diese Erfahrungen und Erlebnisse geben sie an andere Bürger*innen weiter. Oft wird in diesen Kreisen nach einer Möglichkeit für Erwachsene gefragt, das Land Israel zu bereisen, da die Kinder so begeistert wiedergekommen sind. Die Teilnahme am Jugendaustausch hat bei einigen Jugendlichen auch Auswirkungen auf ihren weiteren Lebensweg: Auslandsaufenthalt/Studium/Freiwilligendienst in Israel, deutsch-israelische Freundschaften, Beziehungen und Ehen sowie dauerhaftes Leben in Israel, Konvertierung zum Judentum.
Welche Zukunftspläne gibt es für die Städtepartnerschaft?
Nach einem Stillstand von 6 Jahren (2020-2025) konnte im März 2025 wieder eine persönliche Begegnung stattfinden. Eine Delegation aus Ramat Hasharon (Bürgermeiser, Rat und Verwaltung) war in Georgsmarienhütte zu Gast, um den Kontakt wiederzubeleben und über zukünftige Projekte zu sprechen. Es ist nun beabsichtigt, im Frühjahr 2026 den Jugendaustausch durchzuführen, zunächst mit einem Besuch der Israelis bei uns. Die Situation in Israel ist gegenwäritg zu unsicher für einen Besuch dort. Die Entwicklung bleibt abzuwarten.
Welche Herausforderungen gibt es aktuell in der Partnerschaft, und wie könnte Unterstützung aussehen?
Der Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 macht Jugendbegegnungen in Israel derzeit unmöglich. Es ist fraglich, wann und ob Jugendliche wieder Interesse an diesem Austausch zeigen und Eltern ihre Kinder in absehbarer Zeit nach Israel reisen lassen werden.
Wir wünschen uns mehr Fördermöglichkeiten für Städte mit einer israelischen Partnerstadt. Die Fördergelder von ConAct sind bei einer solchen bestehenden Partnerschaft für uns als Stadt nicht verfügbar. Die bisherige Förderung über den Stadtjugendring Georgsmarienhütte e.V. als Antragsteller (dieser war seit 1975 Mitorganisator) fällt nach Auflösung des Vereins im Dezember 2024 zukünftig weg. Gerade bei der schwierigen Wiederbelebung ist eine finanzielle Untertstützung zwingend notwendig, um möglichst vielen Jugendlichen die kostengünstige Teilnahme zu ermöglichen.
Mehr Informationen
Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz