Station 5:
In der Leinstraße gab es nicht nur zwei SA-Kneipen, sondern auch - nur wenige Häuser weiter - zwei Betriebe jüdischer Inhaber: Das Modegeschäft der Putzmacherin Helene Sternheim und - schräg gegenüber - die Fleischerei von Erich und Gertrud Meinrath. Es scheint sich um gut gehende Geschäfte gehandelt zu haben, denn später wurden sie "arisiert", also enteignet und von Nichtjuden übernommen, in der Regel verdiente Parteimitglieder oder Förderer der NSDAP. [...] Das Modegeschäft Sternheim [wurde] im Oktober desselben Jahres durch Fritz Frese [übernommen].
Helene Sternheim flüchtete mit ihrer Schwester Ida Rosenberg zu deren Tochter Sophie Lejmann nach Barsinghausen. Aber auch hier kamen sie nicht zur Ruhe. Sie wurden gezwungen, in ein "Judenhaus" umzuziehen, wo sie jederzeit dem Zugriff der Antisemiten ausgesetzt waren. [...] Von Barsinghausen aus wurden die beiden Neustädterinnen sowie die fünfköpfige Familie von Sophie Lehmann am 20. Juli 1942 nach Hannover und von dort drei Tage später ins KOnzentrationslager Theresienstadt deportiert.
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