Jüdische Frauen im Wirtschaftsleben
mit dem Fokus auf die NS-Zeit
Rechteinhaber: Archiv der Region Hannover
Das Wirtschaftsleben in Neustadt am Rübenberge wurde über Jahrhunderte selbstverständlich von Jüd*innen mitgestaltet. Sie betrieben Geschäfte und Handwerksbetriebe in der Kleinstadt für ihre christliche und jüdische Kundschaft. Auch jüdische Frauen zeigten einen ausgeprägten Geschäftssinn. Sie brachten sich in den Familienbetrieb ein oder führten selbständig ihre Geschäfte.
Früher und brutaler als andernorts, bereits im Jahr 1932, waren im Straßenbild der Kleinstadt die NS-Kampfverbände präsent. Nach 1933 erschwerten Boykottaufrufe, Drangsalierungen und im November 1938 Plünderungen und Zerstörungen jüdisches Wirtschaften. Jüd*innen wurde ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage entzogen. Dies geschah in einer Kleinstadt, sichtbar für alle. Die Täter*innen und Zuschauer*innen waren Nachbar*innen und ehemalige Kund*innen. Was folgte, war die vollkommenen Entrechtung, Ghettoisierung, Deportation und die Ermordung von jüdischen Neustädter*innen.
Informieren Sie sich anhand der sechs Stationen unseres Rundgangs in Text, Bild und mit Hilfe von weiterführenden Materialien. Erfahren Sie etwas über jüdische Frauen im Wirtschaftsleben von Neustadt am Rübenberge.
Die jüdische Kultur blickt auf eine lange Tradition weiblicher Erwerbsarbeit zurück. Das Konzept der Eschet Chajil - der jüdischen Frau, die für den Lebensunterhalt der Familie sorgt, während der Ehemann seinen religiösen Studien nachgehen konnte - fand sich bereits in der Hebräischen Bibel.
Die konkret gelebte Umsetzung dieser Idee variierte im Laufe der Jahrhunderte und im jeweiligen Land, in denen Jüd*innen lebten. Dennoch gilt es anzunehmen, dass dieses Konzept bis in das lange 19. Jahrhundert grundsätzlich auf das Geschlechterverhältnis und die Selbstdefinition von Weiblichkeit und Männlichkeit einwirkte. Vielen jüdischen Frauen im Deutschen Reich wurde von ihren Großmüttern und Müttern weibliche Erwerbstätigkeit vorgelebt.
Alle 6 Stationen und 10 Frauen des Rundgangs „Jüdische Frauen im Wirtschaftsleben in Neustadt“ im Überblick:
Konfektionsgeschäft der Familie Steinberg
zum ObjektGeschäftshaus Geschwister Rosenstein
zum ObjektSchuhgeschäft der Familie Rosenbaum
zum ObjektWohnhaus Familie Hünerberg
zum ObjektFleischerei der Familie Meinrath
zum ObjektModegeschäft von Helene Sternheim
zum ObjektElse Fritsche
zum ObjektGertrud Meinrath
zum ObjektHelene Sternheim
zum ObjektLotti Rosenbaum
zum ObjektAnneliese Steinberg
zum ObjektMarianne Steinberg
zum ObjektMartha Hünerberg
zum ObjektEmmy Rosenstein
zum ObjektMartha Rosenstein
zum ObjektPaula Rosenbaum
zum ObjektDer Arbeitskreis Regionalgeschichte initiiert seit vielen Jahren die Verlegung von Stolpersteinen in Neustadt am Rübenberge. Eine Broschüre informiert über die Biografien der Menschen, für die Stolpersteine verlegt wurden. Diese Publikation ist eine Grundlage des Rundgangs "Jüdische Frauen im Neustädter Wirtschaftsleben".
Zur Stolperstein-Broschüre"'Das jüdische Gebetshaus wurde geschlossen.' Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung einer Minderheit in Neustadt am Rübenberge" lautet das Buch von Hubert Brieden. Der Autor hat damit die Wissensbasis zur jüdischen Geschichte in der NS-Zeit geschaffen. Er gedenkt der einstigen jüdischen Neustädter*innen, beschreibt die Grausamkeiten und Verbrechen der Nichtjüd*innen und nennt die Namen der Täter*innen.
Zur Publikation
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