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Veranstaltungen

Vom Harz bis zur Nordsee

Rechteinhaber: IJN, Urheber: R. Denz, CC BY-SA 4.0

Mesiba Familienfest in Celle 2024

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Der Charme der Veranstaltungen ergibt sich aus dem vielfältigen Programm – ob größeres Konzert, Lesung in kleiner Runde oder spannend moderierte Rundgänge.

Thematisch passende Sonder- und Wanderausstellungen finden Sie gesondert hier.

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Di

Vortrag: Die Ausgrabung im Bonner Judenviertel der frühen Neuzeit am Rhein 1987

Dr. Thomas Kersting, http://dcat-ap.de/def/licenses/cc-by/4.0
Vortrag
14.07.2026

Vortrag: Die Ausgrabung im Bonner Judenviertel der frühen Neuzeit am Rhein 1987

Beginn: 18:00



Vortrag von Dr. Thomas Kersting, Bonn

Auf
einer der letzten Freiflächen der Innenstadt in Toplage am Rhein wollte
die Stadt Bonn 1987 einen Luxus Hotelkomplex errichten lassen. Das
Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege rechnete hier mit Funden nicht nur
aus römischer und mittelalterlicher Zeit, denn hier hatte sich das zu
Beginn des 18. Jh. errichtete jüngere Judenviertel Bonns befunden, das
mit der Zerstörung der Synagoge am 10.11.1938 und ihrem Abriss sowie im
Bombenkrieg sein Ende fand.
Die Freilegung der Synagoge ließ die Ausgrabungen zum Politikum werden.
Eine
bezeichnende Parallele zu den Bonner Untersuchungen war die
gleichzeitige Grabung in der Judengasse in Frankfurt am Main, die zu
ungleich größeren politischen Verwerfungen führte. Das lag zum Teil an
der größeren Bedeutung der Frankfurter jüdischen Gemeinde im Mittelalter
und der frühen Neuzeit, aber sicher auch an der schärferen öffentlichen
Wahrnehmung der Kulturmetropole Frankfurt als der des angeblich so
provinziellen „Bundesdorfes". Bei diesen Konflikten – zeitgleich bis hin
zu parallelen Besetzungen der Grabungen und späteren polizeilichen
Räumungen - stellte sich erstmals die Frage, wie mit materiellen
Überresten jüdischen Lebens adäquat umzugehen sei. In der offiziellen
Erinnerungspolitik stand bis dahin die Ermordung der Juden in der
NS-Zeit im Fokus.
Es hängt wohl damit zusammen, dass erst jetzt die
Auswertung der damaligen Bonner Grabung unternommen wird. Dabei stellte
sich überraschend heraus, dass sich im Fundmaterial spektakuläre
Entdeckungen verbargen, die direkt jüdischem Leben im 18. Jh. zuzuweisen
sind: u.a. eine bislang unerkannte Mikwe, ein Kantorenhut und mit
Inschriften im Sinne der Speisegesetze versehene Haushaltskeramik.
Die
aktuelle Auswertung der Grabung in der Bonner Judengasse zeigt, dass
sie (mit der in Frankfurt) den Beginn eines Wandlungsprozesses markiert:
die Erweiterung der Perspektive der Archäologie auf die jüngste
Geschichte und ihre Aspekte des Gedenkens - angesichts der in den
Pogromen vom November 1938 zerstörten Synagogen und ermordeten Menschen.
Diese waren nur der Auftakt für weitere Verbrechen in noch ungleich
größerem Maßstab, dem mittlerweile in allen Bundesländern die
Archäologie der Moderne und der Zeitgeschichte denkmalpflegerisch und
wissenschaftlich, aber auch in der Vermittlung und politischen Bildung
gerecht zu werden sucht.

Dr. Thomas
Kersting MA, Jg. 1958 aus Bonn, begann in der archäologischen
Denkmalpflege im Rheinland, bevor er 30 Jahre in der Landesarchäologie
in Brandenburg arbeitete, zuletzt 15 Jahre als Leiter der
Bodendenkmalpflege und stellv. Landesarchäologe. Er widmete sich vor
allem der archäologischen Erforschung der NS-Zeit, kuratierte u.a. die
Ausstellung „Ausgeschlossen. Archäologie der NS-Zwangslager" (2020-25)
und verfasste einschlägige Publikationen, wie 2022 „Lagerland.
Archäologie der Zwangslager des 20. Jahrhunderts in Brandenburg." oder
"Archaeology of Internment Camps in 20th Century Brandenburg", Oxford
2025. Seit 2023 zurück in Bonn verfolgt er sein Thema weiter.


Details

Veranstalter*in

Verein zur Förderung der Bet Tfila e. V.
E-Mail: info@bet-tfila.org
Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa
Tel.: 0531/3912525
E-Mail: info@bet-tfila.org
Website

Veranstaltungsort

Institut für Baugeschichte, Altgebäude der TU - Seminarraum Institut für Baugeschichte, Altgebäude der TU
Schleinitzstraße 19
38106 Braunschweig


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