Veranstaltungen
Vom Harz bis zur Nordsee
Rechteinhaber: IJN, Urheber: R. Denz, CC BY-SA 4.0
Mesiba Familienfest in Celle 2024
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Das Olympia-Attentat 1972: Staatsversagen, politische Deutung und die lange Geschichte einer fragmentierten Erinnerung
Jérôme Buske, http://dcat-ap.de/def/licenses/cc-by/4.0
Das Olympia-Attentat 1972: Staatsversagen, politische Deutung und die lange Geschichte einer fragmentierten Erinnerung
Das Attentat auf die israelische
Olympiamannschaft 1972 in München, bei dem elf israelische Sportler und
ein deutscher Polizist ermordet wurden, gilt als das größte
antisemitische Attentat nach 1945 in Deutschland. Das Ereignis war nicht
nur ein Akt antisemitischer Gewalt, sondern zugleich geprägt von einem
dilettantischen Vorgehen der deutschen Polizei und einem weitreichenden
Staatsversagen.
Die Veranstaltung nimmt das Attentat zum
Ausgangspunkt, um die Rolle der DDR in der politischen Einordnung des
Anschlags sowie die spätere Aufarbeitung in den neuen Bundesländern zu
untersuchen. Dabei wird auch die Rezeption in der deutschen Linken in
den Blick genommen, etwa wenn Ulrike Meinhof das Attentat als
antifaschistisch deutete und damit zur Verschiebung von Täter- und
Opferperspektiven beitrug.
Ein zentraler Aspekt ist die
Restitutionspolitik. Über Jahrzehnte mussten die Hinterbliebenen um
Anerkennung und Entschädigung kämpfen. Was als Entschädigung bezeichnet
wurde, blieb lange Zeit unzureichend und wurde von Betroffenen als
Almosen kritisiert. Erst nach jahrzehntelangem Druck wurden zentrale
Akten geöffnet und neue Verhandlungen geführt. Die Veranstaltung greift
diesen langen Konflikt um Verantwortung, Anerkennung und materielle
Wiedergutmachung auf.
Darüber hinaus wird die sprachliche und
politische Verarbeitung des Attentats analysiert. Wie wurde Gewalt
benannt, relativiert oder verschoben? Welche Rolle spielten ideologische
Rahmungen in der DDR und in Teilen der deutschen Linken? Und wie
entsteht daraus eine Erinnerungskultur, die bis heute fragmentiert
bleibt?
Im Zentrum steht die Frage, wie Erinnerung
organisiert wird: was sichtbar wird, was verschwindet und wie sich
politische Deutung, Sprache und institutionelle Interessen überlagern.
Jérôme Buske ist Kulturwissenschaftler und
Politologe. Er hat mehrere Texte zur Erinnerung an das Olympia-Attentat
1972 veröffentlicht und sich intensiv mit Fragen von Zeugenschaft,
Sprache und Erinnerungskultur beschäftigt. Als Referent bei MAKKABI
Deutschland hat er Gedenkzeremonien zu München 1972 begleitet und
engagiert sich seit Jahren politisch für eine kritische Aufarbeitung.
Details
Veranstalter*in
Rosenwinkel 18
38820 Halberstadt
Tel.: 039 41. 60 67 -10
Fax: 039 41. 60 67 -13
Website
Veranstaltungsort
Rosenwinkel 18
38820 Halberstadt
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